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Kolumne

Tresengeschichten: Sie mögen Whiskey Sour? Dann sollten Sie diese fünf Varianten probieren

Sehr gut, wenn Sie Whiskey Sour gern trinken! Dann teilen wir eine Leidenschaft. Die Mischung aus amerikanischem Whiskey, Zitronensaft und etwas Zucker ist heutzutage zum Glück oft eine sichere Bank.

Von Jörg Meyer

Ein klassischer Whiskey Sour besteht aus Whiskey, Zitronensaft und Läuterzucker.

Ein klassischer Whiskey Sour besteht aus Whiskey, Zitronensaft und Läuterzucker.

Meinen ersten Sour habe ich im Alter von 19 Jahren in einer altehrwürdigen Hamburger Hotelbar bestellt. Die Preise waren vom Mond. Der alte Bartender in seinem weißen Bar-Spencer wirkte streng. Er servierte mir den Sour leicht genervt wegen meines Alters. Ich probierte ihn, auch ob des ersten Drinks den ich seiner Zeit zu 18 Mark genoss, ehrfürchtig. Er schmeckte sauer. Ich meine zum "Gesicht-verziehen-sauer". Der Bartender fragte desinteressiert: "Gefällt er Ihnen nicht?". Ich räusperte mich und stammelte: "Doch, er ist sehr …äh …frisch". "Deswegen heißt er ja Sour", war die finale Antwort des Altgedienten. Ende der Diskussion. Es wurden wieder Gläser poliert. 

Zum Glück ist es nicht bei diesem ersten mässigen Versuch geblieben. Heute weiß ich, dass ein Sour dieses perfekte Zusammenspiel von süß und sauer bedeutet. Und ein Amerikanischer Bourbon schreit geradezu nach dieser Form des Genusses. 

Über die Jahre habe ich als Whiskey-Sour-Liebhaber eine Vielzahl von Varianten kennen und lieben gelernt. Fünf davon möchte ich Ihnen vorstellen. 

Whiskey Sour Classic 

  • 6 cl Wild Turkey 101
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl flüssiger Läuterzucker

Shake, Strain, Serve

Variante 1: Boston Sour

Gut. Viele Whisky Sours werden heute mit "Eiweiß" serviert. Aber, wenn man genau sein möchte, bestellt man einen Whisky Sour mit Eiklar als Sour. Dann sollte er ohne Eiswürfel aber natürlich schön kalt serviert werden. Das Eiklar gibt eine mildere Säure und macht den ganzen Drink etwas voluminöser. Also, testen Sie Ihren Bartender, bestellen Sie einen Boston Sour. 

  • 6 cl Makers Mark 
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl flüssiger Läuterzucker
  • 1 frisches Eiweiß 

Shake, Strain, Serve

Variante 2: Rattlesnake Cocktail

Absinth wird mystische Wirkung und sagenhafter Rausch zugeschrieben.Vielleicht ist er ähnlich giftig wie der Biss einer Klapperschlange und der Name dieser vergessenen Whisky-Sour-Variante rührt daher. Das Savoy-Cocktail-Buch aus den 30er Jahren erklärt zu dem Drink: So called because it will either cure rattlesnake bite, or kill rattlesnakes or let you see them.

Man braucht auf jeden Fall einen kraftvollen Rye Whiskey. Und einige wenige Tropfen wirklich guten Absinth. 

  • 6 cl Sazerac 6 years Rye
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl flüssiger Läuterzucker
  • 1 frisches Eiweiß
  • 1 Barlöffel Duplais Absinth

Shake, Strain, Serve

Variante 3: New York Sour

Der New York Sour punktet nicht nur mit seiner Farbe.

Der New York Sour punktet nicht nur mit seiner Farbe.

Ein Whiskey Sour mit Rotwein. Gerne hier mit Eiklar. Zum einen, weil es den Geschmack abrundet, zum anderen weil der Drink dann auch "geschichtet" werden kann. Das Auge trinkt mit. Und der Rotwein bereichert unseren Liebling sehr charmant. 

  • 6 cl Makers Mark Bourbon Whiskey
  • 3 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl flüssiger Läuterzucker
  • 1 frisches Eiweiß

Shake, Strain, Serve

Mit 5-6 cl Rotwein aufgießen

Variante 4: Frisco Sour

Hier kommt im Idealfall der kernigere Amerikan Rye Whiskey zum Einsatz. Die Süße bringt der französische Kräuterlikör Benedictine DOM. Und wie man ahnt, nicht nur Süße, sondern auch Kräuter und Gewürze. Yummy! 

  • 6 cl 1776 Rye Whiskey
  • 1,5 cl frischer Zitronensaft
  • 2 cl Benedictine DOM

Shake, Strain, Serve

Variante 5: St. Nick Sour

Mandelsirup in einen Whiskey Sour? Ja bitte! Und etwas Orange gleich dazu. 

  • 6 cl Woodford Reserve Bourbon Whiskey
  • 1,5 cl Orgeat (Mandelsirup)
  • 1 cl Lemon Juice
  • 2 cl Orange Juice

Shake, Strain, Serve