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Untersuchung eingeleitet Wo ist der Whiskey? 5.800 Dollar teures Geschenk an Trumps Außenminister Pompeo verschwunden

Mike Pompeo
Will von der Whiskey-Flasche nichts gewusst haben: Mike Pompeo, Außenminister unter Donald Trump
© Mandel Ngan / AFP
Es war ein Geschenk der japanischen Regierung an den damaligen Außenminister Mike Pompeo: Eine sündhaft teure Flasche Whiskey ist aus dem Ministerium verschwunden – und hat den Generalinspekteur auf den Plan gerufen.

Die US-Behörden prüfen den Verbleib von einer Flasche Whiskey im Wert von fast sechstausend Dollar, die Japan dem damaligen Außenminister Mike Pompeo geschenkt hat. In einer Mitteilung des Protokollchefs des Außenministeriums vom 22. Juli, in der Geschenke ausländischer Regierungen an US-Bundesbedienstete im Jahr 2019 aufgeführt sind, heißt es, dass der Whisky Pompeo am 24. Juni 2019 von der japanischen Regierung geschenkt wurde, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf von der US-Regierung am Mittwoch veröffentlichte Dokumente berichtet. 

In den Notizen wird die 5.800 Dollar (4.800 Euro) teure Flasche demnach mit der Anmerkung "Verbleib unbekannt" aufgeführt. In einer Fußnote heiße es zudem: "Das Ministerium prüft die Angelegenheit und führt eine Untersuchung durch."

Generalinspekteur soll Verbleib des Whiskeys untersuchen

US-Regierungsvertreter dürfen Geschenke unter einem Wert von 390 Dollar behalten. Bei allem, was darüber liegt, haben sie die Möglichkeit, die Präsente dem Nationalarchiv oder einer anderen staatlichen Einrichtung zu übergeben oder sie für den persönlichen Gebrauch zu erwerben, indem sie dem Finanzministerium den Wert erstatten. Laut "New York Times" wurde die Summe dem Außenministerium nie überwiesen. Die Behörde habe deshalb ihren Generalinspekteur gebeten, herauszufinden, was mit dem Whiskey passiert ist.

In dem Zeitungsbericht heißt es, es sei unklar, ob Pompeo das Geschenk jemals erhalten habe, da er am 24. Juni 2019 in Saudi-Arabien unterwegs war, als japanische Beamte es dem Außenministerium übergaben. Ein Anwalt Pompeos erklärte gegenüber dem Blatt, der ehemalige Außenminister und CIA-Chef wisse nichts über den Verbleib des teuren Whiskeys.

Pompeo war im April in einem Bericht der Regierungsaufsicht beschuldigt worden, gegen die Ethikregeln des Bundes verstoßen zu haben, die die Verwendung von mit Steuergeldern finanzierten Mitteln regeln. Demnach sollen er und seine Frau mehr als 100 Mal Mitarbeiter des Außenministeriums gebeten haben, persönliche Aufgaben zu erledigen. Der 57-Jährige bestritt die Vorwürfe und behauptete, der Bericht sei politisch motiviert und voller sachlicher Fehler.

Pompeo war bis zum Ausscheiden von Donald Trump aus dem Präsidentenamt am 20. Januar US-Außenminister. Er gilt als einer der wenigen Republikaner mit Ambitionen auf die Präsidentschaft im Jahr 2024, hat dies aber bislang nicht selbst bestätigt.

Quellen: Reuters, "New York Times", "Guardian"

mad

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