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Wein-Wissen: Qualitätsmerkmal Korken: Macht es wirklich einen Unterschied?

Traditionell werden Weinflaschen mit einem Korken verschlossen. Viele kommen aber auch mit einem Plastikstopfen oder gar einem Schraubverschluss. Macht das qualitativ einen Unterschied? Wir haben die Sommelière gefragt.

Wein

Dieser Wein ist mit Kork verschlossen

Getty Images

In Frankreich ist es üblich, dass Wein - vor allem auch die roten Tropfen - mit einem Naturkorken verschlossen werden. In Neuseeland gibt es kaum Weine, die verkorkt werden. Die werden recht modern mit einem Schraubverschluss zugemacht. Das ist praktisch, vor allem, wenn der Wein nicht an einem Abend getrunken wird.

Dann gibt es noch die Plastikkorken, die sieht man häufig bei günstigeren Weinen. Beispielsweise Weine aus dem Discounter. Aber macht es eigentlich einen Unterschied, wie ein Wein verschlossen wird, oder ist das völliger Humbug? Wir haben die Sommelière Stephanie Döring gefragt, zu welchem Verschluss sie persönlich tendiert und was es damit eigentlich auf sich hat.

Das sagt die Expertin

"Es macht auf jeden Fall einen Unterschied, wie ein Wein verschlossen wird. Plastikkorken beispielsweise sind völlig unakzeptabel. Sie geben zwar keinen Geschmack ab, aber das Material ist alles andere als nachhaltig. Es ist einfach eine Frage des Preises", so Döring. 

"Naturkorken und gepresster Korken sind meiner Ansicht nach viel besser. Am besten gefällt mir persönlich aber der Schraubverschluss. Flaschen, die mit einem Naturkorken versehen sind, bergen immer die Gefahr, dass sie den Wein kaputt machen. Das ist schade, wenn man vor allem einen teuren Tropfen hat, der dann korkig schmeckt. Den Schraubverschluss gibt es erst seit gut 20 Jahren. Man weiß also noch nicht, wie ein verschraubter Wein im Vergleich zu einer verkorkten Flasche lagert und demnach auch reift. Im Burgund gibt es ein Weingut, dass die nächsten 20 Jahre Weine lagert, die einmal mit Korken und einmal mit Schrauber verschlossen werden. Das wird gerade untersucht. Realistisch - also wie sich was verhält und was am Ende besser ist - kann man das vermutlich erst in den nächsten 40 Jahren sagen. 

Der Naturkorken löst natürlich auch viel Nostalgie aus: Wenn man ihn öffnet und das charakteristische 'Plop' ertönt. Ich weiß nicht, ob ich auf die teuersten Weine der Welt Schrauber darauf machen würde. Es hat einfach weniger Eleganz."

Diese Variante zum Weinverschluss gibt es noch

Eine weitere Variante sind Glasstöpsel, die eher an Verschlüsse für Whiskykaraffen erinnern. Der große Unterschied: Der Stöpsel ist mit einem Plastikring versehen, damit kein Sauerstoff in die Flasche gelangt. Darüber muss man einen Überzug aus Plastik stülpen, damit der Stöpsel festsitzt. Dieser ist aber leicht zu entfernen. Zum Öffnen braucht man jetzt nur einen leichten Daumendruck, ein Korkenzieher wird nicht benötigt. Die Lagerdauer ist indes kaum erprobt. 

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