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Weinexpertin macht den Test: Kann ein Wein aus Übersee für 2,49 Euro wirklich schmecken?

Die Regale im Discounter und Supermarkt sind voll mit Weinen aus Übersee. Aber wie gut kann ein Wein aus Übersee für 2,49 Euro wirklich sein? Wir haben mit Sommelière Stephanie Döring südafrikanische Weine getestet.

Was ist das für ein Wein? Golden Kaan, Sauvignon Blanc, 13%  Wo kann man ihn kaufen? Rewe  Was kostet er? 4,99 Euro      Das sagt die Expertin: "Leider steht keine Weinregion darauf. Außer Western Cape. Das bedeutet, die Trauben können von überall herkommen. Sauvignon Blanc ist eigentlich eine klassische französische Rebsorte. Sie hat sich aber auch in anderen Ländern gut etabliert. Der Wein riecht nach Sauvignon Blanc. Man hat das Grüne, Grasige, etwas Exotisches. Was mich stört, über der Frische liegt etwas Dumpfes. Er schmeckt ganz anders als er riecht. Der Wein ist extrem sauer wie Limettensaft. Mir fehlt die Balance und die Exotik. Das nervt mich. Ich könnte davon nicht mehrere Gläser trinken. Der Wein ist nichts für säureempfindliche Leute."

Was ist das für ein Wein? Golden Kaan, Sauvignon Blanc, 13%

Wo kann man ihn kaufen? Rewe

Was kostet er? 4,99 Euro


Das sagt die Expertin: "Leider steht keine Weinregion darauf. Außer Western Cape. Das bedeutet, die Trauben können von überall herkommen. Sauvignon Blanc ist eigentlich eine klassische französische Rebsorte. Sie hat sich aber auch in anderen Ländern gut etabliert. Der Wein riecht nach Sauvignon Blanc. Man hat das Grüne, Grasige, etwas Exotisches. Was mich stört, über der Frische liegt etwas Dumpfes. Er schmeckt ganz anders als er riecht. Der Wein ist extrem sauer wie Limettensaft. Mir fehlt die Balance und die Exotik. Das nervt mich. Ich könnte davon nicht mehrere Gläser trinken. Der Wein ist nichts für säureempfindliche Leute."


stern

Wer vor dem Weinregal im Supermarkt oder Discounter steht, hat die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Weine aus zahlreichen Weinbaugebieten dieser Welt - und das zu ganz unterschiedlichen Preisen. Teuer heißt nicht automatisch gut. Schon für wenige Euro findet sich ein solider Wein, den man guten Gewissens genießen kann. Aber kann ein Wein aus Südafrika, der nur 2,49 Euro kostet wirklich schmecken?

Wir haben zwei Weißweine und drei Rotweine von Penny, Rewe, Edeka und Denns Bioladen mit Stephanie Döring, Weinsommelière und Geschäftsführerin des Hamburger "Weinladens", getestet und haben sie gefragt: Was taugen die südafrikanischen Weine aus dem Discounter und Supermarkt eigentlich?

Zehn Tipps für den Weinkauf im Discounter

1. Ein guter Wein muss nicht teuer sein - aber auch nicht allzu billig. Bei weniger als vier Euro pro Flasche darf man skeptisch sein und sich fragen, ob zu dem Preis anständiger Wein herstellbar ist.

2. Auszeichnungen auf der Flasche bieten Orientierung. Immerhin haben Fachleute diese Weine verkostet und für gut befunden.

3. Bei deutschen Weinen bietet auch die Amtliche Prüfnummer (AP-Nr, Etikett) eine Orientierung. Sie ist auf jedem Etikett eines Qualitätsweines zu finden und ein Garant dafür, dass der Wein sensorisch einwandfrei ist.

4. Achten Sie darauf, wie der Wein präsentiert wird: Wird er lieblos hingestellt, steht er womöglich unter permanenter, greller Beleuchtung? Sind die Flaschen angestaubt? Dann lieber stehen lassen.

5. Stehen lassen sollten Sie auch Weine aus den untersten Regalen, Fachleute nennen dies die "Bückzone". Hier stehen die billigsten Weine, oft zweifelhafter Herkunft, sowie Staubfänger und Ladenhüter.

6. Apropos Ladenhüter: Grundsätzlich sind Weine im Supermarkt für den sofortigen Genuss gedacht und nicht unbedingt lagerfähig. Vor allem Weiß- und Roséweine sollten jung und frisch sein, nicht älter als zwei Jahre (Rotweine vier Jahre). Achten Sie hier auf junge Jahrgänge - ältere sind nur bei hochwertigen Weinen sinnvoll. Die letzten beiden Ziffern der AP-Nr (siehe Punkt 3) geben das Jahr der Abfüllung an. Steht dort zum Beispiel "15" bei einem Weißwein, ist dieser schon drei Jahre alt. Lieber liegen lassen. Für Rotweine im Supermarkt gilt: Sie sollten nicht älter als vier Jahre sein.

7. Manchmal werden Restflaschen zu günstigen Preisen angeboten - hier unbedingt aufpassen! Manchmal sind zu alte Weißweine darunter (siehe Punkt 6) oder Rotweine, die in einer Reifephase stecken, in der sie untrinkbar sind.

8. Ein schön designtes Etikett sagt nichts über die Qualität des Weines aus. Lassen Sie sich nicht blenden.

9. Es gibt spezielle Weinführer, die sich darauf spezialisiert haben, Weine aus Supermärkten zu testen, auch Zeitungen bieten diesen Service hin und wieder an und stellen entsprechende Informationen ins Netz. Achten Sie darauf, von wann solche konkreten Tests und Bewertungen sind - veraltete Empfehlungen helfen Ihnen nicht weiter.

10. Auch wenn ein Sonderangebot oder Schnäppchen noch so verlockend erscheint: Bevor Sie eine ganze Kiste eines bestimmten Weines kaufen, sollten sie erst eine Flasche mit nach Hause nehmen und den Wein in Ruhe probieren.