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Demografie in Deutschland Bevölkerungszahl stagniert 2021 erneut – auch wegen Corona

Passanten gehen durch eine Fußgängerzone in Deutschland.
Die Bevölkerung in Deutschland ist auch 2021 konstant geblieben – das zweite Jahr in Folge
© Sven Hoppe / DPA
Das zweite Jahr in Folge ist die Bevölkerung in Deutschland nicht gewachsen. Die Todeszahlen stiegen deutlich – und auch die Zuwanderung kommt noch nicht an das Niveau vor der Corona-Pandemie heran.

Die Bevölkerungszahl in Deutschland stagniert – und das bereits das zweite Jahr in Folge. Nach vorläufigen Zählungen des Statistischen Bundesamtes lebten hierzulande auch Ende 2021 rund 83,2 Millionen Menschen. Die Todesfälle lagen demnach deutlich über der Anzahl der Neugeborenen. "Die Lücke zwischen den Geburten und Sterbefällen konnte allerdings durch die gestiegene Nettozuwanderung geschlossen werden", hieß es am Donnerstag.

Seit der Wiedervereinigung ist die Bevölkerung in der Bundesrepublik überwiegend gewachsen. Das lag in den vergangenen Jahren daran, dass mehr Menschen nach Deutschland gekommen als abgewandert sind. "Ohne diese Wanderungsgewinne wäre die Bevölkerung bereits seit 1972 geschrumpft, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden", erklärten die Statistiker. Im ersten Pandemie-Jahr 2020 ging die Zuwanderung aber zurück – und es konnte zum ersten Mal seit Jahren kein Bevölkerungswachstum verzeichnet werden.

Todeszahlen in Deutschland so hoch wie seit dem Krieg nicht mehr

2021 sind dem Bundesamt zufolge sowohl die Geburten- als auch die Todeszahlen in Deutschland gestiegen. Ausgehend von den bereits vorliegenden Meldungen der Standesämter sei mit etwa 1,02 Millionen Toten zu rechnen. Damit starben erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg mehr als eine Million Menschen in einem Jahr. 2020 gab es 985.572 Tote.

"Der Grund ist der hohe Anteil an alten Menschen in der Bevölkerung", erklärt Martin Bujard vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Derzeit seien die geburtenstarken Jahrgänge Ende der 1930er-Jahre in einem Alter, in dem viele sterben. Dieser Anstieg sei durch Corona noch verstärkt worden.

Was die Geburten betrifft, rechnet das Statistische Bundesamt für das vergangene Jahr mit 775.000 bis 795.000 Neugeborenen. Zum Vergleich: 2020 kamen 773.144 Kinder zur Welt. "Im Gegensatz zu vielen anderen Industrieländer sieht man bei uns keinen Rückgang bei den Geburten, das ist schon bemerkenswert", sagt Bujard.

Die Zu- und Abwanderung für 2021 wird auf ein Plus zwischen 270.000 und 320.000 geschätzt. Besonders aus Rumänien, Syrien und Afghanistan seien viele Menschen nach Deutschland gekommen. 2020 lag der Wert nur bei 220.251. Die aktuellen Zahlen kommen jedoch noch nicht an den Saldo von 2019 mit 327.060 heran. Im Jahr 2015, zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise, war mit rund 1,1 Millionen ein Rekord erreicht worden.

Das Bundesamt berücksichtigt für seine Berechnungen alle gemeldeten Einwohnerinnen und Einwohner Deutschlands unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Grundlage für die Schätzung des Bevölkerungsstandes zum Jahresende 2021 bilden die bereits verfügbaren monatlichen Angaben bis einschließlich Oktober 2021 zu Geburten sowie zu Zu- und Fortzügen. Die noch fehlenden Werte wurden mithilfe einer Zeitreihenanalyse der monatlichen Veränderungen berechnet.

mhö DPA

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