Paartherapeutinnen Beziehung in der Krise? "Einen One-Night-Stand können die meisten ganz gut verkraften"

Paartherapeutinnen Charlotte Cordes (l.) und Noni Höfner
Paartherapeutinnen Charlotte Cordes (l.) und Noni Höfner
© Sandra Steh
Die Psychologin Noni Höfner und ihre Tochter Charlotte Cordes helfen Paaren durch die Krisen des modernen Lebens – von denen es nicht wenige gibt. Was Frauen und Männer beachten sollten.
Interview: Nina Poelchau

Wenn Sie als Expertinnen Paare im Alltag beobachten – woran erkennen Sie, ob sie eine gute Beziehung führen?

Noni Höfner: Bei solchen Paaren stimmt die Machtbalance.

Charlotte Cordes: Jeder von beiden hat das Gefühl, ähnlich viel Power zu haben. Manchmal denkt man auf den ersten Blick: Wie kann es nur sein, dass die zwei ein Paar sind? Er: klein und rundlich, sie: groß und schlank. Oder: Er redet viel, sie ist sehr still. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass jeder in einem bestimmten Bereich Power hat – also unterm Strich jeder gleich viel. Zum Beispiel: Er hat Geld, sie ist intellektuell, er kann richtig gut kochen, sie die Freunde unterhalten.

Die Gesprächspartnerinnen

Eleonore Höfner, genannt Noni, und ihre Tochter Charlotte Cordes leiten gemeinsam das in München ansässige „Deutsche Institut für provokative Therapie“. Die promovierte Psychologin und die ebenfalls promovierte Kommunikationswissenschaftlerin beraten Paare, bieten Fortbildungen für Therapeuten an – und treten gelegentlich mit Kabarett und Improvisationstheaterstücken auf Kleinkunstbühnen auf. Ihre Arbeit orientiert sich am Ansatz des US-Therapeuten Frank Farrelly: Problembeladene Paare werden sehr wertschätzend, aber doch mitunter unsanft auf die Schippe genommen – damit sie sich ihrer ­Ressourcen wieder bewusst werden

Und woran erkennen Sie Paare, deren ­Beziehung in Not ist?


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