Gutachten zum Missbrauchsskandal Das katholische Beben: Kardinal Woelki steht vor einem Desaster

Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln
Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln
© Ina Fassbender/ / Picture Alliance
Das Missbrauchsgutachten von Köln eröffnet einen tiefen Blick in die Abgründe der katholischen Amtskirche. Und es spricht den gescholtenen Kardinal Woelki frei. Aus dem Schneider ist der Erzbischof dennoch nicht – zu groß ist der Bruch mit dem Kirchenvolk. 

Man kann sehen, wie es in ihm arbeitet. Mit steinerner Miene und leicht gerötetem Teint sitzt Kardinal Rainer Maria Woelki in Reihe eins des Tagungsraums. Er trägt schwarz, wie immer im Alltag, und folgt konzentriert den Worten der Juristen. Manchmal senkt er den Kopf und macht sich Notizen. Er schaut nicht nach links und nicht nach rechts, wo sein Generalvikar Markus Hofmann angespannt kauert. Es ist der Tag, wie Woelki später sagen wird, den er "herbeigesehnt hat", auf den er "hingelebt" hat – den er aber auch "gefürchtet hat wie nichts anderes."

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