Fußball-Bundesliga
Tor als Abschiedsgeschenk? - Vuskovic: "Zweite Heimat"

Abschied mit Tor: HSV-Verteidiger Luka Vuskovic. Foto: Marcus Brandt/dpa
Abschied mit Tor: HSV-Verteidiger Luka Vuskovic. Foto
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Aufsteiger Hamburger SV gewinnt sein letztes Heimspiel der Saison. Im Mittelpunkt steht noch einmal Jungstar Vuskovic, für den Hamburg eine Herzensangelegenheit war.

Als Luka Vuskovic von der Bühne Volksparkstadion abtrat, erhoben sich Fans, Mitspieler und Trainer. Nach dem 3:2 (1:1) gegen den SC Freiburg schickte die HSV-Mannschaft den kroatischen Jungstar in die Nordkurve zu den Hamburger Hardcore-Fans, um sich seine Huldigungen abzuholen. Selten wurde ein Leihspieler derart ins Herz geschlossen wie Vuskovic.

Und der 19-Jährige, der ohne Kaufoption von Tottenham Hotspur ausgeliehen ist, hatte noch ein passendes Abschiedsgeschenk parat. Der Verteidiger hämmerte einen Freistoß zum zwischenzeitlichen 2:1 ins Freiburger Tor und hielt anschließend sein Trikot mit der Nummer 44 in die HSV-Kurve. Vuskovic war wohl das entscheidende Puzzleteil bei der Rettung des Aufsteigers.

"Das ist ein besonderer Tag für mich. Die Fans waren so beeindruckend. Ich habe so viel Liebe von den Fans, von den Spielern, vom Betreuerstab bekommen", schwärmte Vuskovic bei DAZN. Hoffnungen auf ein weiteres Jahr im HSV-Trikot konnte er aber nicht geben: "Im Fußball weiß man nie, aber die Chance ist sehr, sehr klein. Ich habe diese Saison für den Verein gespielt. Jedes Spiel war sehr besonders. Es war sehr schön. Hamburg ist meine zweite Heimat."

"Feiner Kerl und überragender Fußballer"

Seine Mitspieler werden ihn im Sommer jedenfalls vermissen. "Luka ist ein sehr feiner Kerl. Er ist mein Nachbar in der Kabine. Er ist ein überragender Fußballer. Wir haben jeden Moment, jede Sekunde mit ihm Spaß gehabt", sagte HSV-Urgestein Bakery Jatta.

Der SC Freiburg muss indes mit der Planung für die Europa-Reisen in der nächsten Saison noch warten. Drei Tage nach dem Einzug in das Finale der Europa League verpassten müde Breisgauer am vorletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga die vorzeitige Europapokal-Qualifikation.

Trotz der Niederlage haben die Freiburger (44) vor dem Saisonfinale gegen RB Leipzig die besten Chancen im Dreikampf mit Eintracht Frankfurt (43) und dem FC Augsburg (43) um den wichtigen Platz sieben.

"Klar hat das Körner gekostet. Wir haben dieses Jahr unfassbar viele Spiele gespielt. Trotzdem sind die Tore, die wir kassiert haben, zu einfach. Wir hatten die Chance, eines von zwei Endspielen für uns entscheiden. Das haben wir nicht geschafft. Jetzt haben wir wieder die Chance gegen Leipzig", sagte Keeper Noah Atubolu.

Vor 57.000 Zuschauern im zum 17. Mal in dieser Saison ausverkauften Volksparkstadion trafen neben Vuskovic (64.) auch Bakery Jatta (14.) und Fabio Baldé (67.) für den HSV. Die beiden Freiburger Tore erzielte Igor Matanovic (16. und 87.).

HSV kann befreit aufspielen

Für den HSV ging es im letzten Saisonspiel im heimischen Volksparkstadion um nichts mehr. Schon eine Woche zuvor hatte sich der Bundesliga-Rückkehrer den Klassenverbleib gesichert. So konnte die Mannschaft auf den Tag genau ein Jahr nach dem Aufstieg befreit aufspielen.

Die HSV-Spieler wärmten sich mit Blick auf das Hamburger Olympia-Referendum am 31. Mai in speziellen Shirts mit der Aufschrift "Hamburg kann große Spiele" auf. Ein großes Spiel wurde es nicht - weder vom HSV noch vom SC Freiburg. Unterhaltsam war es dennoch. 

Jatta trifft, Freiburg antwortet

Die Führung der Gastgeber fiel ein wenig überraschend. Jatta (14.) erzielte aus kurzer Entfernung sein erstes Bundesliga-Tor. Die Freude der Hamburger währte nicht lange. Zwei Minuten nach Jattas Treffer glich der Ex-St. Paulianer Matanovic mit seinem neunten Saisontor aus.

HSV mit besserem Start in die zweite Halbzeit 

Die Hamburger kamen nach der Pause schwungvoller aus der Kabine. Den Freiburgern schien nach den Anstrengungen aus der Europa League die Kraft auszugehen. So kam der HSV zu mehr und mehr aussichtsreichen Szenen.

Vuskovic (64.) war es dann, der die Hamburger in Führung brachte. Der kurz zuvor eingewechselte Fabio Baldé (67.) machte dann alles klar. Die Freiburger hatten kaum mehr etwas entgegenzusetzen. Immerhin gelang Matanovic (87.) mit seinem zweiten Tor der Anschluss. Vieira traf für den HSV noch den Pfosten (90.+5).

dpa