Jetzt oder nie: Für Werder Bremen geht es am 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga um viel, fast schon um alles. Gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim ist der Tabellenvorletzte am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im eigenen Weserstadion zum Siegen verdammt.
"Ich bin ein Stück weit davon entfernt, von einem Endspiel zu reden", sagte indes Werder-Trainer Daniel Thioune. Der 51-Jährige bemühte sich darum, Zuversicht zu verbreiten. "In einer ganz normalen Welt, das betone ich auch häufig, würde ich behaupten, dass der SV Werder Bremen auf einem Samstagnachmittag in der Lage sein sollte, auch den 1. FC Heidenheim zu schlagen", sagte er.
Noch kein Effekt nach dem Trainer-Wechsel
Seit 13 Spielen warten die Bremer auf ein Erfolgserlebnis. Auch der Wechsel von Horst Steffen auf Daniel Thioune vor drei Wochen brachte bislang nichts. In den bisherigen drei Partien unter Thioune blieb Werder ohne Punkt und erzielte nur beim 1:2 beim FC St. Pauli am vergangenen Samstag ein Tor.
Die Folge: Der Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz, jeweils einen Punkt hinter dem FC St. Pauli (20 Punkte) auf dem Relegationsrang und dem VfL Wolfsburg auf dem retteten 15. Tabellenplatz. Nur die Heidenheimer stehen noch schlechter da und sind fünf Zähler hinter Werder.
Thioune droht Negativrekord
Thioune muss gegen die Heidenheimer einen clubinternen Negativrekord fürchten. Sollte seine Mannschaft auch diesmal verlieren, wäre er der erste Trainer in der Werder-Geschichte mit vier Niederlagen in den ersten vier Spielen.
Dennoch mühten sich die Werder-Verantwortlichen in den vergangenen Tagen, Thioune den Rücken zu stärken. "Es gibt überhaupt keine Trainerdiskussion bei uns", sagte Geschäftsführer Clemens Fritz dem Portal "Deichstube".
"Er agiert sehr energetisch, vermittelt seine Inhalte präzise und arbeitet sehr lösungsorientiert mit den Jungs. Die Mannschaft nimmt seine Vorgaben gut an und arbeitet an deren Umsetzung", beschrieb der 45-Jährige die Arbeit seines wichtigsten Angestellten. Doch auch er weiß: "Natürlich ist die Situation gerade nicht einfach."
Werders lange Ausfallliste
Einfacher wird die Situation auch nicht, dass die Bremer mit einer langen Verletzungsliste zu tun haben. Neben den Langzeit-Ausfällen Victor Boniface (Knie-OP) und Mitchell Weiser (Kreuzbandriss), Amos Pieper (Knie), Wesely Adeh (Bänderriss) und Maximilian Wöber (Wadenprobleme) sind auch Karim Coulibaly (Oberschenkel), Felix Agu (Adduktoren) und nun auch Samuel Mbangula (Oberschenkel) nicht dabei.
Druck auch bei Heidenheim
Druck spüren auch die Heidenheimer, die seit zehn Spielen ohne Erfolg sind. Wolle seine Mannschaft noch eine Chance haben, die sechs Punkte auf die rettenden Tabellenplätze an den restlichen elf Spieltagen wettzumachen, "dann musst Du irgendwann anfangen, den Rückstand abzubauen", sagte Trainer Frank Schmidt. "Klar ist, gegen Bremen sollten wir das Spiel jetzt schon gewinnen." Dann könne Heidenheim auch weiter fest daran glauben, "dass Du doch noch eine Chance hast".
Schmidt muss ebenfalls wichtige Spieler ersetzen. Fehlen werden dem FCH in Bremen Verteidiger Marnon Busch und Torwart Diant Ramaj, die beide krank sind. Für Ramaj wird Frank Feller im Tor stehen.
Unabhängig von der Aufstellung müsse sein Team gegen Werder "im richtigen Moment eiskalt die richtigen Entscheidungen treffen", erklärte Schmidt. "Das wird ein besonderes Kopfspiel."