Menschenhandel Zwangsprostitution - Polizei hebt Schleuserbande aus

Eine Schleuserbande soll Frauen zur Prostitution gezwungen haben. (Symbolfoto) Foto: Carsten Rehder/dpa
Eine Schleuserbande soll Frauen zur Prostitution gezwungen haben. (Symbolfoto) Foto
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Eine Bande soll Frauen aus Kolumbien und Brasilien nach Deutschland gebracht und zur Prostitution gezwungen haben. Die Polizei berichtet von mindestens 62 Betroffenen und sichergestellten Waffen.

Der Polizei ist eine Schleuser- und Zuhälterbande ins Netz gegangen. Sie soll zahlreiche Frauen aus Lateinamerika nach Deutschland gebracht und zur Prostitution gezwungen haben. Gegen drei Männer und zwei Frauen sei Haftbefehl erlassen worden wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern in Tateinheit mit gemeinschaftlicher Zuhälterei, teilten die Polizei Mannheim und die Staatsanwaltschaft Heidelberg weiter mit. 

Die Männer sowie eine der Frauen sollen zudem mit Drogen gehandelt haben. Die Rede ist von mindestens fünf Kilo Kokain sowie kiloweise Haschisch und Marihuana. Es gab neben Durchsuchungen im Südwesten im Rhein-Neckar-Raum auch Durchsuchungen in mehreren Bundesländern: in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Frauen in die Prostitution gezwungen

Den Vorwürfen zufolge hatte sich die Gruppe spätestens im November 2024 dazu entschlossen, Frauen aus Kolumbien und Brasilien nach Deutschland zu bringen, um sie dort als Prostituierte arbeiten zu lassen. Die Frauen seien bedroht und ihnen die Ausweise abgenommen worden. Bisher seien 62 Betroffene identifiziert worden, die illegal der Prostitution nachgingen. 

Bei den Durchsuchungen waren scharfe Schusswaffen, Bargeld im fünfstelligen Bereich sowie Ausweisdokumente der aus Lateinamerika stammenden Opfer sichergestellt worden. Wie viele Objekte durchsucht worden waren, konnten die Behörden zunächst nicht sagen. Die Beschuldigten im Alter zwischen 24 und 46 Jahren sitzen in Untersuchungshaft.

dpa