Rettungseinsatz in Höhle
Nach Höhlen-Drama auf der Alb: Wer zahlt für die Rettung?

Nach Angaben Docimos bestand die Gruppe aus sechs Besuchern und drei Tourguides. Foto: Marius Bulling/dpa
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Ein tödlicher Notfall tief in der Höhle, mehr als 100 Retter im Einsatz – doch wer bleibt am Ende auf den Rettungskosten sitzen? Die Gemeinde hat klare Regeln.

Nach dem Großeinsatz von Rettungskräften in der Falkensteiner Höhle werden die Kosten für die Bergung der Gruppe und eines gestorbenen Wanderers wahrscheinlich nicht an der Gemeinde hängen bleiben. "Das ist alles geklärt", sagte der Bürgermeister der kleinen Kommune, Patrick Docimo, der Deutschen Presse-Agentur. 

Um eine Genehmigung zum Betreten der Höhle zu erhalten, müssten Höhlengänger nachweisen, dass sie selbst oder der Touranbieter eine Versicherung haben, die Bergungskosten übernehme, sagte der Rathauschef. Die Gemeinde habe eine entsprechende Verordnung nach der Rettung eines Mannes aus der Falkensteiner Höhle im Jahr 2015 eingeführt. 

Begleiter des Toten verließen die Höhle unverletzt

In der schwer zugänglichen Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb war am Freitag ein Wanderer an den Folgen eines medizinischen Notfalls gestorben. Der 61-Jährige war mit einer Gruppe bereits rund 1.300 Meter tief in die Höhle im Kreis Reutlingen geklettert, als es passierte. Die Begleiter des Mannes und die Tour-Guides konnten die Höhle nach einem aufwendigen Rettungseinsatz selbst und unverletzt verlassen. Die Bergung der Leiche zog sich über viele Stunden. 

Insgesamt waren laut Polizei über 100 Einsatzkräfte unter anderem von Rettungsdiensten eingesetzt. Die Rettung der Gruppe und die Versorgung des Mannes gestaltete sich schwierig. Die Höhle in Grabenstetten ist nur zu Fuß über unwegsames Gelände zu erreichen. Im Innern gibt es zudem keinen Funkempfang. 

Spektakuläre Rettung vor einigen Jahren 

Die Falkensteiner Höhle war wiederholt Schauplatz großer Rettungseinsätze. Für bundesweite Schlagzeilen sorgte eine Bergung in der Höhle vor sieben Jahren. Im Sommer 2019 waren ein Führer und sein Kunde aus der Höhle gerettet worden. Nach starken Regenfällen saßen sie etwa 650 Meter vom Höhleneingang entfernt fest, weil der Rückweg durch den starken Wasseranstieg in der Höhle versperrt war. Erst nach 24 Stunden konnten sie aus der Höhle gebracht werden. 

Für diesen Rettungseinsatz stellte die Gemeinde Grabenstetten damals 27.734 Euro in Rechnung, die sie auch ersetzt bekam.

dpa