Die deutschen und Schweizer Skirennfahrer waren schon längst aus dem Zielraum von Bormio verschwunden, als Fabio Wiest seine Olympia-Premiere feierte. Der 17 Jahre alte Schüler aus Konstanz trat bei den Winterspielen im Riesenslalom für Thailand an, die Heimat seiner Mutter und auch sein Geburtsland. "Das war ein mega Erlebnis, mit den ganzen Großen dabei zu sein, auf diesem Hang zu fahren", schwärmte Wiest danach.
Dass er schon nach dem ersten Durchgang fast 15 Sekunden Rückstand hatte und am Ende als 60. gut 25 Sekunden langsamer war als Sieger Lucas Pinheiro Braathen, das spielte an diesem Tag für Wiest eine untergeordnete Rolle.
Foto mit Idol McGrath
Viel mehr bedeutete ihm, unter anderem mit Atle Lie McGrath im selben Rennen gestartet zu sein. Der Norweger ist sein Idol. Bei der Eröffnungsfeier in Livigno bekam Wiest sogar ein Foto mit McGrath, dem derzeit besten Slalomfahrer. "Megasympathisch, richtig cool", fand Wiest.
Er lebt in Scherzingen in der Schweiz, geht aber hinter der Grenze in Konstanz zur Schule. Die Leidenschaft ist Skifahren. Bislang tritt er nur bei unterklassigen Rennen an, Ende November 2025 debütierte er im Europacup. Der Weltcup ist da noch sehr weit weg. Die Erlebnisse bei diesen Spielen in Mailand und Cortina haben in ihm aber das Feuer weiter angefacht. "Ich will auf jeden Fall besser werden und dann vielleicht in vier Jahren nochmal antreten", kündigte er an. Die nächsten Winterspiele 2030 steigen in den französischen Alpen.
Viel Unterstützung aus Thailand
Der Jugendliche erzählte, dass seine Mutter ihn nach Bormio begleitete. Das thailändische Alpin-Team bei diesen Spielen besteht aus ihm, einem Trainer und zwei Betreuern. Der Verband des südostasiatischen Landes unterstütze ihn sehr, sagte er, unter anderem mit Trainingslagern oder der Bezahlung des Coaches. Der Papa kam nicht zu Olympia, er begleitet den jüngeren Bruder derzeit zu Nachwuchsrennen; der Vater hatte ihn zum Skifahren gebracht.
Am Montag steht für Fabian Wiest bei Olympia dann noch der Slalom an. "Das ist meine stärkere Disziplin", verriet der 17-Jährige.