Tiere machen Sachen
Störche und die Mutter Gottes - Nistversuch auf Mariensäule

Die Störche wollen auf dem Haupt der Mutter Gottes ihr Nest bauen. Foto: Peter Kneffel/dpa
Die Störche wollen auf dem Haupt der Mutter Gottes ihr Nest bauen. Foto
© Peter Kneffel/dpa
Ausgerechnet auf der Mariensäule vor dem Freisinger Rathaus versuchen Störche hartnäckig, ihr Nest zu bauen. Warum das ein Problem ist, aber vielleicht auch ein gutes Omen für die Kirche.

Die Stadt Freising hat ein Problem: Ein Storchenpaar hat sich ausgerechnet die Mariensäule vor dem Rathaus, eines der bekanntesten Denkmäler der Stadt, als Nistplatz ausgesucht. Hartnäckig versuchen die Vögel dort seit einiger Zeit, auf dem gekrönten Haupt der Gottesmutter ihr Nest zu bauen. 

"Wir haben es hier mit einem unerfahrenen Jungstorch zu tun"

"Wir haben es hier mit einem unerfahrenen Jungstorch zu tun", sagt der Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher der Deutschen Presse-Agentur. "Das erkennt man auch daran, dass er sich nicht den besten Nistplatz ausgesucht hat." 

Denn die Mariensäule ist eigentlich von ihrer Oberfläche her viel zu klein für ein Storchennest. "Die aktuellen Bauversuche der Störche gelten als wenig erfolgversprechend", teilte die Stadt mit. Sie hätten jetzt schon Schaden angerichtet: "Erste kleinere Schäden, etwa an der Krone der Mariensäule, wurden bereits festgestellt."

Nest kann bis zu zwei Tonnen schwer werden

Und dabei könnte es nicht bleiben. Denn wie die Stadt mitteilte, wiegen neue Storchennester schon mehr als 100 Kilogramm. Ältere können laut Angaben aus dem Rathaus sogar sage und schreibe zwei Tonnen schwer werden. Die Stadt sieht darin "eine dauerhafte Belastung, die für das Denkmal problematisch wäre".

Mehrere Fachstellen - darunter die Ämter für Stadtplanung, für Hochbau und für Bauordnung sowie die Denkmal- und Naturschutzbehörde - haben sich darum zusammengesetzt und beraten, was man tun kann. Das Ergebnis: "Wir haben ein Alternativnest in Auftrag gegeben, das wird gerade hergestellt", sagt OB Eschenbacher der dpa. 

Es soll Anfang kommender Woche in unmittelbarer Nähe zur Mariensäule auf einem Hausdach installiert werden - und zwar an einer Stelle, die das Storchenpaar sich bereits zuvor zum Nisten ausgesucht, aber wegen der zu glatten Oberfläche wieder aufgegeben hatte. 

"Ob dann der Storch das Nest annimmt, weiß ich nicht", sagt der Oberbürgermeister. Und wenn nicht? "Wenn er es schafft, auf der Mariensäule das Nest zu bauen, was ich nach derzeitigem Stand bezweifle, dann bleibt er erstmal auf der Mariensäule." Eschenbacher nimmt das Ganze auch mit Humor: "Vielleicht ist der Storch auf der heiligen Maria auch ein gutes Zeichen, dass die Kirche wieder Nachwuchs bekommt."

dpa