1. Mai
Tausende Demonstranten in Kreuzberg

An der Spitze der Demonstration versammelten sich vorwiegend schwarz gekleidete Menschen. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
An der Spitze der Demonstration versammelten sich vorwiegend schwarz gekleidete Menschen. Foto
© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Kreuzberg ist am Tag der Arbeit voller Menschen. Am Abend gibt es eine linke Demo. Die Polizei ist mit vielen Kräften vor Ort.

Mehrere Tausend Menschen haben am Abend an der traditionellen Demonstration "Revolutionärer 1. Mai" von linken und linksextremen Gruppen teilgenommen. Sie versammelten sich am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg. Die Demonstration sollte eigentlich um 18.00 beginnen, es kam jedoch zunächst zu Verzögerungen, weil es einen großen Zustrom zur Versammlung gab, wie ein Polizeisprecher sagte. Knapp eineinhalb Stunden verspätet setzte sich der Zug in Bewegung.

Der Demonstrationszug sollte vom Oranienplatz in Kreuzberg zur Sonnenallee in Neukölln und wieder zurück zum Südstern in Kreuzberg ziehen. 

Transparente und Plakate von linken und linksextremen Gruppen waren zu sehen, darunter viele zum Thema Palästina und Israel, gegen den Iran-Krieg, gegen Kapitalismus und Wehrpflicht. "Krieg dem Krieg" und "Free Palestine" war auf Transparenten zu lesen. 

Teilnehmer skandierten "Heute ist kein Feiertag, heute ist Kampftag" und "Die Straße frei der roten Jugend". Auch "Viva Viva Palästina" war zu hören. An der Spitze der Versammlung positionierten sich vorwiegend schwarz gekleidete Menschen, die oft mit roten Tüchern vermummt waren.

Zehntausende Menschen feierten am Tag der Arbeit auf den Straßen Kreuzbergs. Viele Straßen waren für den Autoverkehr gesperrt, mehrere U-Bahnhöfe wurden nicht mehr angefahren.

Polizei hält Drohnenabwehr und Wasserwerfer bereit

Die Polizei hatte vor der Demonstration angekündigt, gegen antisemitische Parolen oder Volksverhetzung strikt vorzugehen. Anders als in vergangenen Jahren sollte die Demonstration aber nicht mehr ganz so eng von der Polizei begleitet werden. Der Grund ist der zunehmend gewaltfreie Verlauf der vergangenen Jahre. 

Trotzdem hielt die Polizei zahlreiche Einsatztechnik bereit: Drohnenabwehr, Hubschrauber für Übersichtsaufnahmen, Boote, Wasserwerfer im Hintergrund für den Notfall, Fahrradstaffeln, Spürhunde, Kommunikationsteams und Klettereinheiten für die Sicherung von Dächern. 

Die Verleihfirmen von E-Scootern sperrten die Gebiete rund um die kritische Demonstration auf Bitten der Polizei für ihre Fahrzeuge. Ganze Straßenzüge wurden mit einem sogenannten Zufahrtsschutz ausgestattet, also Sperren gegen Amokfahrer durch schwere Bauteile oder auch Polizeiwagen.

dpa