Alter Truppenübungsplatz
152 Hektar betroffen: Waldbrand bei Jüterbog ist eingedämmt

Laut Feuerwehr brennen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz vereinzelt noch Baumstümpfe. Foto: Manuel Genolet/dpa
Laut Feuerwehr brennen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz vereinzelt noch Baumstümpfe. Foto
© Manuel Genolet/dpa

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Die Feuerwehr gibt Entwarnung beim Waldbrand nahe Jüterbog: Eine Drohne hat 152 Hektar betroffenes Gebiet erfasst. Überwacht werden Glutnester und brennende Baumstümpfe weiter.

Brandenburgs erster großer Waldbrand des Jahres bei Jüterbog im Südwesten ist eingedämmt. "Das Feuer ist an Brandschutzstreifen ausgelaufen", sagte Stadtbrandmeister Rico Walentin der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist mit keiner weiteren Ausbreitung zu rechnen." Am Vormittag hatte eine Drohne den Wald überflogen und 152 Hektar betroffenes Gelände gemessen. Das entspricht einer Größe von etwa 215 Fußballfeldern.

Das Feuer war am Freitag auf zunächst 2,5 Hektar Fläche ausgebrochen und hatte sich auf dem mit Munition belasteten Gebiet rasch ausgebreitet.

Auch die Bürgermeisterin von Jüterbog, Christiane Lindner-Klopsch (parteilos), sprach davon, dass es "keine aktive Feuerfront" mehr gebe. Die Überwachung der Glutnester übernehme im Laufe des Tages die dort zuständige Stiftung.

Vereinzelt noch Baumstümpfe in Brand

Die Feuerwehr werde abrücken, kündigte der Stadtbrandmeister an und nannte die Lage inzwischen "entspannt". "Vereinzelt brennen noch Baumstümpfe in der Fläche und das dürfen sie auch." Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Orte waren nicht in Gefahr.

Am Sonntag war auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz nach Angaben der Stadt eine Fläche von rund 113 Hektar betroffen. Unter anderem wegen des Windes hatte sich das Feuer in dem Gebiet ausgebreitet, das ein Naturschutzgebiet mit seltenen Tierarten ist. Die Feuerwehr musste es brennen lassen, weil ein direkter Löscheinsatz wegen der alten Munition im Boden zu gefährlich wäre.

Weiterhin Hoffnung auf Regen in den nächsten Tagen

Stattdessen setzte die Feuerwehr auf das Netz aus rund 50 Meter breiten Brandschutzstreifen. In diesen Schneisen gibt es wenig Bewuchs - also wenig brennbare Vegetation - und Wege aus Sand. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hoffte zur weiteren Eindämmung des Waldbrandes auf Regen. "Wir hoffen, dass es in den kommenden Tagen ausreichend Niederschlag gibt", sagte die geschäftsführende Vorständin Antje Wurz.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsgelände kommt es immer wieder zu Waldbränden: 2023 brannte es bei Jüterbog auf rund 700 Hektar. Die Stadt im Landkreis Teltow-Fläming liegt südlich von Berlin und an der Grenze zu Sachsen-Anhalt.

Über 20 Waldbrände am langen Wochenende gemeldet

"Es ist misslich, dass schon zu Beginn der Waldbrandsaison eine so große Fläche betroffen ist", sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel. Über das lange erste Mai-Wochenende habe es über 20 weitere Waldbrände im Land gegeben - betroffen waren demnach abseits von Jüterbog Flächen zwischen 25 Quadratmetern und 2,5 Hektar.

In den Landkreisen Elbe-Elster und Spree-Neiße ist die Waldbrandgefahr nach wie vor hoch und steht auf Stufe 4 von 5. Im Rest des Bundeslandes gibt es eine mittlere oder geringe Gefahr.

dpa