Behindertensport
Para-Schwimmerin fordert mehr Hilfen für Mütter im Sport

Para-Schwimmerin Elena Semechin wünscht sich mehr Unterstützung für Mütter im Leistungssport. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dp
Para-Schwimmerin Elena Semechin wünscht sich mehr Unterstützung für Mütter im Leistungssport. (Archivbild) Foto
© Jens Büttner/dpa

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Para-Schwimmerin Elena Semechin kämpft nach ihrer Babypause um faire Unterstützung von Müttern im Leistungssport. Über Nannys im Training und mangelnde Budgets für Aufsichtspersonen.

Die stark sehbehinderte Weltklasse-Schwimmerin Elena Semechin hat die mangelnde Unterstützung im deutschen Sportsystem für Mütter kritisiert und vor allem mehr finanzielle Hilfen gefordert. "Es funktioniert nicht, das Kind mit zum Training zu nehmen. Wir brauchen daher auch im Trainingslager immer eine Nanny, wir brauchen ein Budget für Aufsichtspersonen. Sonst muss ich alles komplett selbst finanzieren", berichtete Semechin in einem Interview des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Berlin.

Die 32-Jährige steht nur acht Monate nach der Geburt ihres Kindes vor dem Comeback im Leistungssport. Während der Babypause seien ihr die Herausforderungen für Mütter, die während ihrer Karriere schwanger werden, besonders aufgefallen. "Eigentlich kann man sich eine Babypause gar nicht erlauben, weil das ganze System daran hängt, dass man einfach jede Saison abliefert", erklärte die zweimalige Paralympics-Siegerin, deren Mann Phillip auch ihr Trainer ist.

Semechin: Kind darf kein Ausschlusskriterium sein

Die gebürtige Kasachin hatte aufgrund ihrer Schwangerschaft die WM in Singapur verpasst. "Theoretisch hätte ich dadurch aktuell keinen Kaderstatus mehr und alle daran gebundenen Fördermaßnahmen wären damit auch weg. Ich war diesbezüglich dann aber sehr laut. Ich habe meine mediale Präsenz nutzen können, um genau auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Daraufhin wurde eine Sonderregelung für mich beschlossen", sagte die dreimalige Weltmeisterin. 

Gemeinsam mit der Vereinigung Athleten Deutschland habe sie ein Konzept erarbeitet, um Lösungen aufzuzeigen. Es gehe auch um Trainerinnen, Ärztinnen oder Physios, die ein Baby bekämen. "Das darf kein Ausschlusskriterium sein,dass man dann im Sport arbeiten kann. In jedem anderen Betrieb gibt es für Angestellte Unterstützungsregelungen für die Menschen, die Eltern werden möchten, aber halt nicht im Leistungssport", bemängelte Semechin.

dpa