Chancencenter
Wilke: Migranten sollen sich Perspektive erarbeiten können

Minister Wilke will Migranten die Möglichkeit geben, ihre Bleibeperspektive aktiv zu verbessern. Foto: Patrick Pleul/dpa
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Migranten mit unsicherem Status fühlten sich in der Vergangenheit laut Minister Wilke häufig wie verwahrt. Nun sollen sie die Chance bekommen, durch Einsatz ihre Bleibeperspektive zu verbessern.

Brandenburgs Sozialminister René Wilke (SPD) will Migranten mit unsicherem Aufenthaltsstatus die Chance bieten, sich eine Bleibeperspektive zu erarbeiten. „Wir haben mit diesen Menschen bisher zu wenig gemacht“, sagte Wilke beim Besuch des sogenannten Chancencenters der Landesübergangseinrichtung in Frankfurt (Oder). Dabei gebe es so viele Segmente, wo Bedarf für engagierte, willige und kluge Leute bestehe. 

In der Einrichtung in Frankfurt (Oder) werde mit Menschen gearbeitet, deren Status ungeklärt sei, sagte Wilke. Das betreffe etwa Duldungen oder Fälle, bei denen noch rechtliche Klärungen liefen. Möglicherweise liege auch keine Bleibeperspektive vor, aber die Menschen könnten aus anderen Gründen das Land nicht verlassen. Diesen Menschen solle die Option gegeben werden, „einen Weg einzuschlagen“, so Wilke. In der Einrichtung können die Migranten Sprachkurse machen, ihre Kinder betreuen lassen, und das Land hilft zudem mit Kontakten zu Unternehmen zur Vermittlung von Arbeitsplätzen oder Praktika.

Minister: Wir reichen dir die Hand

„Wenn dieser Weg konsequent gegangen wird, dann kann das dazu führen, dass Menschen sich eine Perspektive erarbeiten können“, betonte der Minister. „Wenn du eine Chance ergreifst, dann reichen wir dir die Hand.“ Wenn nicht, verwirke derjenige diese Chance aber auch und werde wahrscheinlich in das Regelsystem zurückgeführt, das dann in der Abschiebung enden könne. 

Einrichtung erst in den letzten Tagen gestartet

Das Chancencenter der Landesübergangseinrichtung ist zum 1. Juni 2026 gestartet und befindet sich noch in der unmittelbaren Anlaufphase. Die Zielgruppe des Chancencenters sind Personen mit abgelehntem Asylantrag. Es richtet sich an Menschen, bei denen Qualifizierung und Beschäftigung in Betracht kommen. Nach Information der Ausländerbehörde könnte dies jährlich etwa 200 bis 300 Personen betreffen. 

Ziel des Centers ist der Erwerb von Deutschkenntnissen und die Integration in den Arbeitsmarkt. Aktuell wurde ein erster Sprachkurs mit 17 Teilnehmenden begonnen. Es handelt sich dabei um zwölf alleinreisende Männer und fünf alleinreisende Frauen. Die Teilnehmenden kommen überwiegend aus Kamerun und Kenia. Daneben sind auch Menschen aus Afghanistan und Südafrika vertreten.

dpa