Extremismus
Gedenkstätten-Leiter besorgt über rechtsextreme Tendenzen

Einträge im Gästebuch mit positivem Bezug zu Hitler seien für ihn auch niederschmetternd gewesen, sagt der Leiter der Gedenkstät
Einträge im Gästebuch mit positivem Bezug zu Hitler seien für ihn auch niederschmetternd gewesen, sagt der Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen. (Archivbild) Foto
© Soeren Stache/dpa

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Gästebucheinträge mit Hitler-Bezug schockieren in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Laut dessen Direktor zeigt das auch: Junge Besucher wissen immer weniger über die NS-Zeit.

Der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Axel Drecoll, hat sich besorgt über die Zunahme rechtsextremistischer Einstellungen unter jungen Menschen gezeigt. Dies sei in den Gedenkstätten deutlich festzustellen, sagte Drecoll im RBB-Sender Inforadio kurz vor dem Besuch von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg. 

Dass es Einträge im Gästebuch der Gedenkstätte mit positivem Bezug zu Hitler gegeben habe, habe auch bei ihm für „ein Stück weit Fassungslosigkeit“ gesorgt, berichtete Drecoll. Es sei zum Teil „niederschmetternd“. Er wolle nicht ausschließen, „dass es auch dumme Provokationen sind“. Es müsse nicht immer eine rechtsextreme oder neonazistische Gesinnung dahinterstecken. „Aber mit Sicherheit tut es das auch und das ist besorgniserregend.“

Junge Menschen ohne persönlichen Bezug zu NS-Zeit

In der Regel wüssten Schüler wenig über Konzentrationslager und den Nationalsozialismus, sagte Drecoll. Besonders der persönliche Bezug fehle. „Die wachsende Zeit zwischen den Ereignissen damals und dem Heute schafft neue Herausforderungen.“

Da könnten Gedenkstätten wertvolle Eindrücke bieten, so Drecoll. „Am Ort des Geschehens zu sein und dann sich mit den Biografien zu beschäftigen, ist ein wichtiger Zugang. Sich mit den Schicksalen der Menschen auseinanderzusetzen. (...) Das holt schon sehr viele Menschen ab.“ Daher seien diese Orte so wichtig und sollten weiter von Bund und Land finanziell unterstützt werden.

dpa