Glatte Gehwege und Straßen sowie Eisregen: In Berlin und Brandenburg bleibt die Situation brenzlig. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) besteht in Berlin und Brandenburg heute weiterhin erhöhte Glättegefahr durch gefrierenden Regen. Reisende, die vom Hauptstadtflughafen BER abfliegen wollen oder dort ankommen sollen, müssen weiterhin mit Problemen rechnen.
Eine Sprecherin des Flughafens empfahl Passagieren dringend, sich bei den Airlines zu informieren. Nach einer wetterbedingten Unterbrechung war der Flugbetrieb am Freitagmittag wieder nach und nach wieder aufgenommen worden. Bis zum Abend kam es aber weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen. "Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld", sagte die Sprecherin.
Aufgrund der Witterung dauert das Enteisen der Flugzeuge deutlich länger als sonst üblich, erklärte sie. Dadurch könnten weniger Flugzeuge starten als an einem regulären Tag.
Betreiber und Passagiere müssen hoffen, dass es in der Nacht auf Samstag nicht erneut zu Blitzeis auf den Start- und Landebahnen kommt. In diesem Fall müsste der Flugbetrieb erneut eingestellt werden, sagte die Sprecherin.
Betrieb am Donnerstagabend eingestellt
Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der Betrieb zunächst eingestellt. Hunderte Reisende harrten über Stunden am BER aus, einige mussten die Nacht dort verbringen. An den Check-in-Schaltern kam es zu langen Wartezeiten. Viele betroffene Passagiere äußerten sich frustriert über mangelnde Informationen seitens der Fluggesellschaften. In Brandenburg war es am Freitag auch zu zahlreichen Verkehrsunfällen gekommen.
Zahlreiche Friedhöfe geschlossen
Auch an zahlreichen anderen Orten in Berlin und Brandenburg sorgt vor allem Glatteis für Einschränkungen: In der Hauptstadt bleiben am Wochenende viele Friedhöfe geschlossen. "Trotz intensiver Räum- und Streubemühung können wir die Verkehrssicherheit auf unseren Friedhöfen derzeit nicht gewährleisten", erklärte der Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte, Tillmann Wagner. Um Besucherinnen und Besucher nicht zu gefährden, sehe man sich zu diesem Schritt gezwungen. Dem Verband gehören nach den Angaben mehr als 40 Friedhöfe an.
Streit um Einsatz von Streusalz
Unterdessen spitzt sich der Streit um den privaten Einsatz von Streusalz gegen Glätte zu. Der Naturschutzbund Nabu fordert vom Berliner Senat und den Bezirken, ihre Verantwortung für die Räumung von Straßen, Rad- und Gehwegen besser wahrzunehmen. Die Bedeutung von Streusalz werde "massiv überschätzt", erklärte der Berliner Landesvorsitzende Rainer Altenkamp mit Blick auf das weiter geltende Verbot für den privaten Einsatz von Streusalz. Dieses hat der Nabu vor Gericht durchgesetzt - was teils heftige Kritik auslöste.
Die Umwelt- und Naturschutzorganisation wehrte sich damit erfolgreich gegen eine Allgemeinverfügung der Senatsumweltverwaltung. Die Richter entschieden am Mittwoch, die Verfügung entbehre einer rechtlichen Grundlage.
Der Präsident des Nabu-Bundesverbands, Jörg-Andreas Krüger, kritisierte in der "Bild"-Zeitung das Vorgehen des Senats. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte angesichts der Dauerglätte Ende Januar den eigentlich aus Umweltgründen verbotenen Einsatz sogenannter Taumittel wie Streusalz per Allgemeinverfügung ausnahmsweise erlaubt. Dies sei ohne "ohne Parlament, ohne Umweltprüfung, ohne Beteiligung der Verbände" erfolgt, so Krüger. "Das geht so nicht. Wir sind aber immer noch ein Rechtsstaat."