Kriminalität
Bewährungsstrafe für fingierten Überfall auf Geldtransporter

Nach einem vorgetäuschten Überfall ist der damalige Fahrer eines Geldtransporters zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. (
Nach einem vorgetäuschten Überfall ist der damalige Fahrer eines Geldtransporters zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. (Symbolbild) Foto
© Monika Skolimowska/dpa

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Immer wieder kommt es in Berlin zu Überfällen auf Geldtransporter. Oft wird die Besatzung mit Waffen bedroht, um an Geld zu gelangen. Im Fall einer Beute von 409.000 Euro aber lief es ganz anders.

Weil er als Fahrer eines Geldtransporters in Berlin-Tempelhof einen Überfall samt Raub von 409.000 Euro vorgetäuscht hatte, ist ein 25-Jähriger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach ihn der Unterschlagung sowie des Vortäuschens einer Straftat schuldig. Zudem soll der geständige Angeklagte 240 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Gericht ordnete außerdem die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 409.000 Euro an.

Der 25-Jährige war am 4. Oktober 2024 mit einem Beifahrer unterwegs. Als der Kollege ausstieg, um in einer Firma weitere Geldkassetten und Safebags abzuholen, fuhr der Angeklagte den Ermittlungen zufolge los. Er habe sich kurze Zeit später auf einem Parkplatz mit bislang unbekannten Mittätern getroffen und ihnen absprachegemäß durch das Entriegeln der Tür ermöglicht, das transportierte Bargeld an sich zu nehmen.

Angeklagter: 10.000 Euro bekommen

Anschließend rief der damalige Geldtransporter-Fahrer um Hilfe. Er sei geschlagen, getreten und mit Pfefferspray attackiert worden, behauptete er gegenüber Polizisten. Doch es seien bald Zweifel aufgekommen, schilderten Beamte im Prozess. Zudem hätten Aufnahmen von Videokameras auf dem Parkplatz gezeigt, dass der geschilderte Überfall nicht stattgefunden hatte. Die Beute fehlt bis heute.

Der Angeklagte hatte erklärt, Spielschulden hätten zu der Tat geführt. Er sei von Männern angesprochen worden, sie hätten Druck gemacht und vorgeschlagen, einen Überfall auf einen Geldtransport vorzutäuschen. "Diese Leute kannten auch die Routen und gaben die Richtung vor", so der 25-Jährige. "Sie nahmen dann das ganze Geld und verschwanden." Einen Monat später habe er einen Umschlag mit 10.000 Euro erhalten und Schulden beglichen. 

Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von zweieinhalb Jahren Haft gefordert, der Verteidiger auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa