Landratswahlen
Trotz verlorener Wahl: AfD sieht Signal für Politikwechsel

Sie kann weitermachen: CDU-Landrätin Karina Dörk ist wiedergewählt. (Archivbild) Foto: Monika Wendel/dpa
Sie kann weitermachen: CDU-Landrätin Karina Dörk ist wiedergewählt. (Archivbild) Foto
© Monika Wendel/dpa
Die AfD bleibt ohne Landrat in Brandenburg. Wie wird der Ausgang der Uckermark-Wahl bewertet? Im Mai jedenfalls steht bei der Landratswahl im Barnim das nächste Duell an: SPD gegen AfD.

Die AfD hat erneut ihr Ziel verfehlt, zum ersten Mal einen Landrat in Brandenburg zu stellen. In der Uckermark kann CDU-Landrätin Karina Dörk an der Spitze der Kreisverwaltung weitermachen. Sie setzte sich am Sonntag mit 60 Prozent der Stimmen gegen den AfD-Bewerber Felix Teichner als einzigen Gegenkandidaten durch. Deutschlandweit gibt es seit 2023 nur im thüringischen Sonnenberg einen Landrat der AfD.

Erleichterte Reaktionen

Ein landesweites Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus reagierte erleichtert auf den Ausgang der Landratswahl in der Uckermark im Nordosten Brandenburgs. Die Landes-AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Die Partei geht juristisch dagegen vor. 

Das Aktionsbündnis nannte das Wahlergebnis ein "starkes Signal für die Demokratie" in Brandenburg. Rechtsextreme Einstellungen blieben aber weiterhin eine Herausforderung, teilte die Organisation mit. 

Landes-AfD: Immer mehr Bürger wollen Politikwechsel 

Der Landesvorsitzende der AfD in Brandenburg, René Springer, sieht die AfD weiterhin stark: "In der Uckermark hat Felix Teichner mit 40 Prozent ein klares Signal gesetzt - gegen eine Amtsinhaberin, die von allen Altparteien getragen wurde. Das zeigt: Immer mehr Bürger wollen einen echten Politikwechsel."

Der 35 Jahre alte AfD-Politiker Teichner sagte nach der Wahlniederlage, der Amtsbonus der Landrätin sei nicht zu unterschätzen. "Sie hat auch in den letzten acht Jahren nicht alles falsch gemacht." Er respektiere das Ergebnis.

Zuletzt verlor die AfD die Landratswahl im Landkreis Spree-Neiße im Südosten Brandenburgs knapp. 

SPD: Breite Unterstützung aus politischer Mitte

Brandenburgs SPD-Generalsekretär Kurt Fischer sagte: "Die Landratswahl in der Uckermark hat gezeigt, dass man mit gemeinsamer Anstrengung und breiter Unterstützung aus der politischen Mitte einen klaren Sieg für eine erfolgreiche Amtsinhaberin erzielen kann." Die 61 Jahre alte CDU-Landrätin - seit rund acht Jahren Chefin im Landratsamt mit rund 1.000 Mitarbeitern - hatte bei dieser Wahl mehrere Parteien hinter sich, darunter die SPD. 

AfD fordert SPD-Landrat im Kreis Barnim heraus

Die AfD will nun im Landkreis Barnim einen politischen Umbruch herbeiführen. Dort kam der AfD-Kandidat Matthäus Mikolaszek im Rennen um das Landratsamt in die Stichwahl. Er tritt am 10. Mai gegen SPD-Landrat Daniel Kurth an. 

Heino wehrt sich gegen Wahlwerbung

Derweil hat der AfD-Politiker Teichner in der Uckermark richtig Ärger, weil er Heinos Namen im Wahlkampf nutzte. Der Volksmusikstar Heino geht juristisch dagegen vor. In einem Beitrag in den sozialen Medien schrieb der AfD-Politiker Teichner: "Am Sonntag würde Heino Felix wählen." Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Fall berichtet. 

"Das ist eine Unverschämtheit, und das geht zu weit", lässt Heinos Manager Helmut Werner von dem Sänger ausrichten. Per Eilantrag sei eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Neuruppin beantragt worden. Der Sänger verlangt zudem 250.000 Euro Schmerzensgeld.

dpa