Naturschutz
Wie sich die Bachmuschel in Brandenburg ansiedeln soll

Die Bachmuschel ist eine bedrohte Art. (Symbolbild) Foto: Swen Pförtner/dpa
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Mit einer ungewöhnlichen Methode wollen Naturschützer die bedrohte Bachmuschel retten: Die Larven stecken sie mit Fischen in einen Tank. Doch selbst die Fische sind selten geworden.

Die vom Aussterben bedrohte Bachmuschel soll sich wieder stärker in Brandenburg ansiedeln. Dafür seien Tausende Fische mit Muschellarven zusammen gebracht und dann in die Dahme, das Barolder Mühlenfließ (beide Dahme-Spreewald) und in den Cederbach (Prignitz) zurückgesetzt worden, teilte die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Ziel ist es, dass sich die Muschel mehr fortpflanzt.

Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts gehörte die Bachmuschel laut den Naturschützern zu den häufigsten Muschelarten in Brandenburgs Fließgewässern. Hauptursachen für den Rückgang seien der Gewässerausbau und Begradigungen, die mit dem Verlust wichtigen Lebensraums wie Totholz, Wasserpflanzen und Ufergehölzen einhergingen.

Naturschützer geben Nachhilfe bei der Fortpflanzung

Besonders bei der Bachmuschel ist demnach auch ihr Fortpflanzungszyklus: Die Larven der Bachmuschel sind darauf angewiesen, sich an die Kiemen bestimmter Fische wie Elritzen, Stichlingen oder Groppen anzuheften. Dort entwickeln sie sich dann zu Jungmuscheln. Da aber auch diese Fische selten geworden sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Vermehrung.

Im Rahmen des EU-Projekts "LIFE Bachmuschel" hat die Stiftung gemeinsam mit dem Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow nun gezielt bei der Vermehrung nachgeholfen.

Und zwar so: Mitarbeiter sammelten trächtige Muscheln aus den Flüssen Spree und Karthane und fingen die Larven im Labor auf. Dann fischten die Naturschützer Elritzen und Stichlinge und steckten die Fische in einen belüfteten Tank. Die Muschellarven wurden dazugesetzt, sodass sie sich an den Kiemen festsetzen konnten. "Insgesamt wurden 2.400 Fische auf diese Weise mit Bachmuschel-Glochidien beimpft."

dpa