Die Mehrfachkarte mit 20 verbilligten Eintritten in Berliner Freibäder wird nach zahlreichen Protesten und einer geplanten Demonstration nun doch nicht abgeschafft. Das kündigte Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) im Beteiligungsausschuss des Abgeordnetenhauses an, wie ein Sprecher der dpa sagte. Die "Berliner Morgenpost" hatte berichtet.
Spranger hatte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus bereits gesagt: "Wir werden uns das im Aufsichtsrat noch mal sehr genau anschauen." Die Senatorin ist bei den landeseigenen Bäder-Betrieben Aufsichtsratsvorsitzende.
Die Grünen-Abgeordnete Antje Kapek berichtete am Donnerstag, sie habe selten zu einem Thema so viel Wut in der Bevölkerung zu spüren bekommen wie zu der Mehrfachkarte. Spranger zeigte Verständnis: "Die Wirtschaftlichkeit gerade für Menschen, die wenig Geld haben, ist nicht ganz nachzuweisen, das sehe ich genauso wie Sie."
Digitales Abo-Modell eingeführt
Die Karte kostete zuletzt je nach Datum des Kaufs 70 oder 80 Euro. Ob auch die im September anstehende Wahl in Berlin ein Grund für das Umschwenken sei, wollte kein Sprecher kommentieren.
Die Bäder-Betriebe führten zu dieser Saison ein digitales Abo-Modell ein, das für Menschen, die regelmäßig schwimmen gehen, Vorteile bietet, allerdings bei weniger Ermäßigungen. Für 38 Euro pro Monat gibt es beliebig viele Eintritte in Hallen- und Freibäder, der Basis-Tarif kostet 30 Euro, zwei Bäderbesuche sind pro Woche erlaubt. Ein einzelner Eintritt sollte in sehr beliebten Sommerbädern 7 Euro kosten. Gerade im Sommer bei nicht immer bestem Wetter wissen viele Badbesucher nicht genau, ob sich ein Abo-Modell lohnt.