Sportpolitik
Sitz der geplanten Sportagentur soll nach Leipzig kommen

Die geplante Spitzensportagentur für die Verteilung der Fördermillionen soll mit ihrer Zentrale in das Heimatbundesland Sachsen
Die geplante Spitzensportagentur für die Verteilung der Fördermillionen soll mit ihrer Zentrale in das Heimatbundesland Sachsen von Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) kommen. (Archivbild) Foto
© Philipp von Ditfurth/dpa
Leipzig soll zum neuen Herzstück der deutschen Sportförderung werden. Das verkündete Sport-Staatsministerin Schenderlein. Doch zunächst muss das geplante Gesetz erst einmal verabschiedet werden.

Die geplante unabhängige Spitzensportagentur zur Verteilung der Fördermillionen für den deutschen Sport soll ihre Zentrale in Leipzig bekommen. Das sagte Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Die Sportagentur soll Kernstück des neuen Sportfördergesetzes werden.

Schenderlein würde die Sportagentur damit in ihr Heimatbundesland Sachsen holen. Sie wurde in Weißenfels in Sachsen-Anhalt geboren, wuchs aber in Leipzig auf und absolvierte dort auch ihr Abitur.

Spitzensportagentur soll mehr Medaillen bringen

Vorgesehen ist, dass die Agentur ab 2027 ihre Arbeit aufnehmen und zunächst über die Verteilung der Mittel für den Sommersport ab dem Jahr 2029 entscheiden soll. Offen ist, wann der Bundestag das geplante Sportfördergesetz verabschieden wird.

Seit Jahren debattieren Sportverbände, Politiker und Athletenvertreter über ein passendes Sportfördergesetz. Mit diesem soll die Förderung des Spitzensports unabhängig von der jeweiligen Bundesregierung klar festgeschrieben werden. Das Gesetz soll der größeren Planungssicherheit, dem Bürokratieabbau und am Ende der besseren Leistungsfähigkeit der Sportlerinnen und Sportler dienen - und damit auch mehr Medaillen bringen.

Athletenvertreter hatten den neuen Entwurf der Bundesregierung für ein Sportfördergesetz kritisiert. Insbesondere bemängeln sie den aus ihrer Sicht zu geringen Einfluss innerhalb der geplanten Sportagentur. Der Zielsetzung, "Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt zu stellen", werde man nicht gerecht, hatte es in einer Stellungnahme des Vereins Athleten Deutschland geheißen.

Gesetzentwurf wurde nach DOSB-Kritik noch mal überarbeitet

Der Gesetzentwurf war zuvor überarbeitet worden, nachdem unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kritisiert hatte, dass dem organisierten Sport zu wenig Mitspracherecht eingeräumt werde und der politische Einfluss zu groß sei.

Im ursprünglichen Modell war im fünfköpfigen Stiftungsrat – dem zentralen Entscheidungsgremium – lediglich ein Vertreter des DOSB vorgesehen. Der neue Entwurf sieht neun Mitglieder vor: drei Vertreter des DOSB, fünf des Bundes sowie einen Vertreter der Sportministerkonferenz der Länder.

dpa