In der Hamburger Innenstadt sind am Nachmittag bei verschiedenen Demonstrationen Tausende Menschen gegen die AfD und für einen Regierungswechsel im Iran auf die Straße gegangen.
Den größten Zulauf hatte eine Demo des Satirikers und früheren EU-Abgeordneten Nico Semsrott auf dem Rathausmarkt, an der nach Polizeiangaben 4.000 Menschen teilnahmen. Die Organisatoren sprachen von über 5.000 Teilnehmern.
Die Demonstranten forderten den Bundesrat auf, beim Bundesverfassungsgericht die Überprüfung aller Parteien zu beantragen, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden. Musikalisch unterstützt wurde die Demonstration von der Indie-Band Madsen.
Exil-Iraner demonstrieren für Führungswechsel in Teheran
Deutlich weniger Menschen folgten dem Demonstrationsaufruf des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) und mehrerer Vereine von Exil-Iranern. Zu Beginn der Kundgebung an der Moorweide unweit des Dammtor-Bahnhofs hatten sich nach Schätzungen eines dpa-Reporters knapp 1.000 Teilnehmer eingefunden. Es gab aber weiter Zulauf. Ein Sprecher der NRWI sprach dagegen von 4.000 bis 5.000 Teilnehmern. Die Polizei wollte zunächst keine Zahlen nennen.
Die Demonstranten forderten einen "freien Iran und einen Regimewechsel" in Teheran. Zugleich wandten sie sich gegen eine ausländische Einmischung. Allein das iranische Volk habe die legitime Befugnis, über die Zukunft des Landes zu bestimmen, hieß es.
Auf dem Gänsemarkt kamen zeitgleich einige Dutzend Gegendemonstranten zusammen. Sie forderten eine Fortsetzung der Militärschläge der USA und Israels. "Wer jetzt gegen die Befreiungsoperation demonstriert, will faktisch, dass das Regime an der Macht bleibt – trotz seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit", hieß es in dem Aufruf.