Die Betreiber ziehen die Umwandlung des Krankenhauses Geesthacht in eine Fachklinik vor. Der Regelbetrieb in mehreren Bereichen wird mit sofortiger Wirkung eingestellt, teilte das Krankenhaus mit. Betroffen sind Geburtshilfe und Gynäkologie, die Intensivstation, die chirurgischen Stationen, die Notaufnahme sowie die Kardiologie. Aufgrund der Personalsituation sei ein durchgehend belastbarer Dienst über das Wochenende in diesen Bereichen nicht mehr sicher gewährleistet.
"Wenn ein belastbarer Dienst in einzelnen Bereichen nicht mehr durchgehend sichergestellt werden kann, muss Patientensicherheit Vorrang haben", erklärte Geschäftsführer Lars Timm. Ziel bleibe ein ordnungsgemäßer Abschluss des Verfahrens und der planmäßige Start der Fachklinik zum 1. April.
Das Landesgesundheitsministerium in Kiel erklärte, ausweislich des zuletzt an das Krankenhaus erlassenen Feststellungsbescheides träten die den ursprünglichen Versorgungsauftrag abändernden Rechtsänderungen zum 01.04.2026 in Kraft. Damit bestehe für die Klinik bis zum 31. März unter anderem für die Notfallversorgung ein Versorgungsauftrag. "Eine Nicht-Erfüllung von Versorgungsaufträgen vor dem 31.03.2026 durch das Krankenhaus Geesthacht ist nicht mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt worden. Daher prüft das Gesundheitsministerium weitere Schritte gegenüber dem Krankenhaus Geesthacht."
Krankenhaus bleibt für kleinere Notfälle offen
In den betroffenen Bereichen bereits vereinbarte Termine wurden abgesagt. Die Patientinnen und Patienten wurden den Angaben zufolge informiert und an andere Versorger verwiesen. Am Donnerstag begleitete das Team die letzte Geburt im Krankenhaus. Das Krankenhaus bleibt aber offen. "Kleinere Notfälle, die keiner intensivmedizinischen Versorgung bedürfen, können weiterhin am Standort vorgestellt werden."
Im Oktober hatte ein vorläufiges Insolvenzverfahren begonnen, das Ende März abgeschlossen werden soll. Danach wird das Krankenhaus als Fachklinik mit einer inneren Medizin (20 Betten), einer internistischen Anlaufstelle, einer Geriatrie und einer Psychiatrie fortgeführt, mit rund 250 Mitarbeitenden.