Die Arbeiten für den Bau der neuen Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) in Kiel kommen voran. "Nach aktuellem Stand rechnen wir mit der Freigabe der neuen Brücke für den Bahnverkehr im Herbst 2027", erklärte Projektleiter Andreas Rasmus vom Wasserstraßen-Neubauamt NOK. Für Kraftfahrzeuge, Fahrräder und Fußgänger erfolge die Freigabe voraussichtlich einige Monate danach.
Der Kostenrahmen für den Ersatz der in die Jahre gekommenen alten Levensauer Hochbrücke von ursprünglich geplanten 200 Millionen Euro wird nach früheren Angaben des Neubauamtes aber deutlich überschritten. Die erste Hochbrücke wurde 1894 gebaut. Sie ist das älteste den Kanal überspannende Brückenbauwerk. Darüber laufen eine Kreisstraße und die Bahnlinie Kiel-Eckernförde.
Die neue Straßen- und Eisenbahnbrücke wird mehr als 200 Meter lang sein. Das neue Bauwerk ermöglicht eine Verbreiterung des rund 100 Kilometer langen Kanals von Kiel nach Brunsbüttel an dieser Stelle. Daneben befindet sich die zweite Levensauer Hochbrücke von 1984, über diese verläuft die Bundesstraße 76.
Bau des Stahlbogens
"Unser Auftragnehmer hat in den vergangenen Wochen begonnen, die erstenStahlbleche zuzuschneiden und zu Segmenten für die neue Brücke zusammenzuschweißen", berichtete Rasmus. Mitte kommenden Jahres soll der Doppelstahlbogen eingebaut werden. Die Segmente dafür entstehen im tschechischen Prag. Sie sollen später in Rendsburg zum 141Meter langen Mittelbereich des Brückenbogens zusammengesetzt werden.
Ein Ponton soll das Bauteil auf dem Kanal per Ponton zur Baustelle bei Kiel-Suchsdorf bringen. Für den Ausbau der alten und das Einheben der neuen Brücke sind zweimal bis zu 48 Stunden vorgesehen. In dieser Zeit wird der Nord-Ostsee-Kanal für die Schifffahrt gesperrt.
Nach Angaben des Neubauamtes beginnen voraussichtlich Ende April in Hannover Stahlarbeiten an den Segmenten für zwei jeweils etwa 50 Meter lange sogenannte Vorlandfelder. Sie sollen später die Fahrbahnplatte der Brücke mit den Zufahrten auf der Nord- und Südseite verbinden.