Energieversorgung Das Brunsbüttel-Dilemma: In dieser Kleinstadt zeigt sich das ganze Drama deutscher Energiepolitik

Frank Schnabel zwischen Windkraftrotoren und Kohlehalde
Brunsbüttel im Wandel: Frank Schnabel, Chef des Hafens, hofft auf den Bau eines Flüssigerdgas-Terminals
© Maximilian Mann/Stern
Die norddeutsche Hafenstadt Brunsbüttel streitet über Atomkraft, Kohlehalden, Windräder – und jetzt über ein Flüssigerdgas-Terminal. Vieles ist da, manches soll kommen. Alles ist umstritten.

Er ist mit dem Fahrrad gekommen. 35 Kilometer durch den Wind, der übers platte Land fegt, dabei ist er doch schon 72 Jahre alt. Vielleicht soll das ein Statement sein: geht doch alles. Ohne Auto.

Jetzt läuft Norbert Pralow in kurzen Hosen über den Deich bei Brunsbüttel. Achtung, sagt er, überall liegt die Kacke von den Schafen. Die Möwen schreien, links die Elbe, braun und träge, rechts ein dunkler Riesenkasten: das stillgelegte Atomkraftwerk. Gleich daneben die "Sonderabfallverbrennungsanlage", dahinter eine Düngemittelfabrik. Und zwischen alldem eine große Wiese.

"Hier soll das Ding hin", sagt Pralow. "Der absolute Wahnsinn".

Umweltaktivist Norbert Pralow in Industriegebiet
Das Terminal für das Flüssigerdgas (LNG) soll zwischen zahlreichen Industrieanlagen und dem abgeschalteten AKW (im Hintergrund) entstehen. Damit soll Deutschland unabhängiger von russischem Gas werden. Der Umweltaktivist Norbert Pralow kämpft gegen das Projekt
© Maximilian Mann/Stern

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