Die ersten Kegelrobbenheuler dieser Geburtensaison sind aus der Seehundstation Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) ausgewildert worden. Die vier Jungtiere Karlsson, Marieke, Smilla und Molly wurden in Transportboxen an die Nordsee gebracht und dort in die Freiheit entlassen.
In den kommenden Wochen sind weitere Auswilderungen junger Kegelrobben geplant, wie die Seehundstation mitteilte. Aktuell befinden sich nach der Auswilderung der vier Jungtiere noch 18 weitere junge Kegelrobben in der Seehundstation Friedrichskoog.
Jungtiere haben Mindestgewicht erreicht
Karlsson, Marieke und Smilla wurden im November auf der Helgoländer Düne gefunden. Sie hatten noch kein ausreichendes Gewicht, um alleine zu überleben. Molly wurde am 28. Dezember als abgestilltes Jungtier mit einer schweren Bissverletzung zur Rehabilitation an die Station übergeben. Sie brachte bei der Einlieferungsuntersuchung beachtliche 39,1 kg auf die Waage.
Mollys Verletzung ist nun abgeheilt und die anderen drei Jungtiere bringen das Mindestauswilderungsgewicht von rund 35 bis 40 Kilogramm bei weiblichen und 40 bis 45 Kilogramm bei männlichen Kegelrobben erreicht.
Geburtenzahl steigt kontinuierlich an
Kegelrobben sind die größten Raubtiere Deutschlands. Sie können nach Angaben der Deutschen Wildtierstiftung bis zu 2,5 Meter lang und 300 Kilogramm schwer werden. Die Tiere sind in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU streng geschützt. Im Gegensatz zu den Seehunden liegt die Geburtenzeit der Kegelrobben im Winter.
Helgoland beherbergt nach Angaben der Gemeinde und des Vereins Jordsand den größten Kegelrobbenbestand in Deutschland. Den Angaben zufolge ist die Geburtenzahl seit der ersten Kegelrobbengeburt dort im Winter 1996/97 jährlich angestiegen.
Nach Angaben des Vereins sind auf der Helgoländer Düne am 11. Dezember die meisten Tiere gezählt worden: 1.049 Jungtiere und 2.115 Kegelrobben insgesamt. Danach seien weitere Tiere geboren worden. Bei einem weiteren Zähltermin Ende Dezember hätten die ersten Jungtiere die Düne aber bereits verlassen. Seit Mitte Januar sind auch die Strände der Düne wieder begehbar.