Sicherheit im Ostseeraum
Tschentscher und Günther für engere militärische Kooperation

Tschentscher (l) und Günther wollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit auch im militärischen Bereich ausbauen - darüber sprachen
Tschentscher (l) und Günther wollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit auch im militärischen Bereich ausbauen - darüber sprachen sie unter anderem mit Lettlands Ministerpräsidentin Evika Silina. Foto
© Martin Fischer/dpa
Hamburg und Schleswig-Holstein setzen auf mehr Zusammenarbeit mit dem Baltikum – auch in Verteidigungsfragen. Der Besuch der Nord-Regierungschefs in Riga wird vom Pilotenstreik überschattet.

Hamburg und Schleswig-Holstein wünschen sich eine engere Zusammenarbeit mit den baltischen Staaten auch auf militärischem Gebiet. Das sagten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach einem Treffen mit der lettischen Regierungschefin Evika Silina in Riga.

"Wir haben ein großes Interesse, die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen - vor allem auch in der Verteidigungsindustrie, den militärischen Fragen mitzuwirken", sagte Tschentscher. Bei dem Gespräch habe man festgestellt, "wie eng und bedeutsam die Kontakte zwischen Lettland und Norddeutschland sind". 

Einladungen zu Treffen der Drohnen-Koalition

Die baltischen Staaten arbeiteten mit der Ukraine bei der Drohnentechnologie zusammen. "Es gibt hier eine Drohnen-Koalition." Deshalb sei es gut, die Kontakte auszubauen. Einladungen zu Anknüpfungstreffen nach Riga habe man deshalb angenommen, sagte der Bürgermeister. 

Die Ministerpräsidentin habe deutlich gemacht, wie wichtig ihr die Beziehungen zu Deutschland seien, sagte Günther. Dass es neben dem Treffen mit der Regierungschefin auch Gespräche mit der Außenministerin, dem Verteidigungs-, dem Wirtschaftsminister und dem Minister für smarte Verwaltung auf dem Programm standen, zeige, "es ist großes Interesse da." Und dieser Wunsch nach Zusammenarbeit bestehe auf beiden Seiten, betonte der Ministerpräsident. 

Riga war die letzte Station der beiden Nord-Regierungschefs auf ihrer ersten gemeinsamen Auslandsreise. 

Pilotenstreik wirbelt Reisepläne durcheinander

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa führte dazu, dass Tschentscher und Günther früher als geplant aus Riga abreisen. Beide Regierungschefs seien auf Flüge einer anderen Airline am frühen Freitagmorgen umgebucht worden, sagten ihre Sprecher. 

Ursprünglich wollten sie am Vormittag noch im Freihafen von Riga an einer Präsentation zum Thema "Cybersicherheit und Digitale Souveränität" teilnehmen. Der Lufthansa-Rückflug in die Hansestadt war erst für den Nachmittag geplant, aber streikbedingt annulliert worden. 

Die Regierungschefs waren am Montag mit einer rund 60-köpfigen Delegation aus beiden Bundesländern zunächst nach Danzig gereist. Zweite Station war Vilnius mit einem Besuch bei der deutschen Panzerbrigade 45 "Litauen".

Schon zu Beginn der Reise hatte ein Pilotenstreik bei der Lufthansa die Pläne durcheinandergewirbelt: Kurzfristig waren Tschentscher und Günther für den Flug nach Danzig auf eine andere Airline umgebucht worden.

dpa