Die auf vier Jahre angelegte Sanierung der Bundesstraße 76 bei Plön kann nach aktuellem Stand nicht beschleunigt werden. Das sagte Staatssekretärin Susanne Henckel vor dem Wirtschaftsausschuss des Landtages. Die SPD-Fraktion hatte zuvor zwei Kleine Anfragen zu der Baumaßnahme gestellt. Die B76 wird von etwa 12.000 Pkw täglich befahren.
Henckel gab den Abgeordneten einen aktuellen Sachstand zur Fahrbahnerneuerung. Diese sei in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Dabei gebe es zahlreiche Punkte zu berücksichtigen, etwa die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit und den Naturschutz. Zurzeit befinde man sich noch im ersten Teilabschnitt.
Die Landesregierung habe mehrere Möglichkeiten geprüft, die Arbeiten zu beschleunigen, etwa durch einen Dreischicht-Betrieb. Dazu habe man zahlreiche Gespräche mit der Bundesregierung geführt, sagte Henckel. Da es sich um eine Bundesstraße handele, sei diese Ansprechpartnerin.
Bund will Mehrkosten eines Dreischicht-Betriebes nicht zahlen
Ein Dreischicht-Betrieb würde einen größeren Personaleinsatz und höhere Kosten verursachen. Der Bund habe erklärt, diese Mehrkosten müsse dann das Land tragen. Die Gespräche seien nicht erfolgreich gewesen, aber man bleibe im Austausch darüber.
Der SPD-Abgeordnete Niclas Dürbrook kritisierte, "der Bau des Plöner Schlosses hat im 30-jährigen Krieg gerade einmal drei Jahre gedauert. Die Sanierung der B76 inklusive Vollsperrung dauert heute vier Jahre. Ich verstehe jeden Frust darüber in der Region." Es müsse alles unternommen werden, um die Bauzeit zu verkürzen. "Derzeit zahlen die Autofahrer und Speditionen die Kosten für die anfallenden Umleitungsfahrten."
Auch Annabell Krämer (FDP) forderte mehr Tempo. "Das Land muss jetzt umgehend mit dem Bauunternehmen und allen anderen Beteiligten zusammenkommen und mit Nachdruck der Frage nachgehen, wie die Baustelle beschleunigt werden kann, zum Beispiel durch einen Mehrschichtbetrieb", sagte sie. Sollte der Bund die Übernahme der Kosten verweigern, so müsse die Landesregierung im Interesse der Region einspringen.