Umstrittenes Bauprojekt
Bundesverwaltungsgericht verhandelt Klage gegen A20-Bau

Vor dem Bundesverwaltungsgericht wird eine neue Klage gegen den Bau der Küstenautobahn A20 verhandelt. (Archivbild) Foto: Sina S
Vor dem Bundesverwaltungsgericht wird eine neue Klage gegen den Bau der Küstenautobahn A20 verhandelt. (Archivbild) Foto
© Sina Schuldt/dpa

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Streit über den Bau der Küstenautobahn A20: Ein Fährunternehmen klagt am Bundesverwaltungsgericht gegen das Autobahnkreuz Kehdingen. Für das Unternehmen geht es um eine Existenzfrage.

Am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird am Mittwoch eine weitere Klage gegen den Bau der Küstenautobahn A20 verhandelt. Im Fokus steht dann das geplante Autobahnkreuz Kehdingen im Landkreis Stade, südlich des neu zu bauenden Elbtunnels, wie das Gericht mitteilte. Gegen den Bau klagt das Elbfährunternehmen FRS Glückstadt Wischhafen. Es führt an, dass es sich bei einem weiteren Elbtunnel in seiner Existenz bedroht sehe. 

Geklagt wird gegen den Planfeststellungsbeschluss der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Sie sieht alle Belange ausreichend berücksichtigt, die von dem Vorhaben berührt sind, wie es in einer Mitteilung heißt.

Auch die Klage eines Landwirtes gegen den Autobahnbau sollte am Mittwoch verhandelt werden. Diese Klage wurde aber nach Angaben des Bundesverwaltungsgerichtes kurzfristig aufgehoben. 

Anschluss an neuen Elbtunnel

Das geplante Kreuz ist ein wichtiger Teil der geplanten Autobahn, nicht nur, weil es auf niedersächsischer Seite den zwischen Glückstadt und Drochtersen geplanten A20-Elbtunnel an die A26 anschließen soll. Sollte das Bundesverwaltungsgericht die Klage gegen das Kreuz abweisen, wäre auch eine weitere Hürde für den Bau des neuen Elbtunnels genommen. Denn der darf nur gebaut werden, wenn auch die beiden Autobahnabschnitte nördlich und südlich der Elbe – das Kehdinger Kreuz – genehmigt sind. Für den Tunnel selbst als westliche Umfahrung Hamburgs gibt es bereits seit drei Jahren Baurecht. 

Die A20 soll einmal die Niederlande, Norddeutschland und Polen verbinden. Seit Jahren endet die Küstenautobahn vom polnischen Stettin kommend östlich von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Denn auch in Schleswig-Holstein kommt der Autobahnbau wegen Klagen und Auseinandersetzungen kaum voran. Durch die Autobahn sollen die Nord- und Ostseeanrainerstaaten näher zusammenrücken und die Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen verbessert werden. Dafür sind auch neue Tunnel unter Elbe und Weser geplant.

dpa