Die in den vergangenen Monaten bei Schaalby in der Schlei angespülten Plastikteilchen stammen aus einer Kleinkläranlage in Twedt. Das hat der Kreis Schleswig-Flensburg mitgeteilt.
In der Kläranlage wurden sogenannte Bio-Film-Carrier eingesetzt, um die Ansiedlung von Bakterienkulturen zu unterstützen, die das Abwasser reinigen sollen, wie der Kreis berichtete. Durch ein Leck im Sieb der Kläranlage seien Plastikpartikel mit einem Volumen von vermutlich rund 700 Litern in die Loiter Au und weiter über die Füsinger Au in die Schlei gelangt. Zuvor hatte der NDR berichtet.
Der Kreis wies den Betreiber der Anlage an, das Leck binnen 48 Stunden zu beseitigen. Die zuständigen Umweltbehörden wurden eingeschaltet. Ein Wartungsunternehmen soll die Anlage in den kommenden Tagen im Beisein der Unteren Wasserbehörde des Kreises überprüfen, reinigen und instand setzen. Dabei soll auch die Ursache des Lecks gefunden werden, denn allein im Kreisgebiet sind den Angaben zufolge mehr als Hundert solcher Anlagen verbaut.
Plastik in der Schlei
Anfang März 2018 war bekannt geworden, dass aus einer Kläranlage in Schleswig in den Monaten zuvor unbemerkt und unbeabsichtigt große Mengen an kleinen Kunststoffteilchen in die Schlei gelangt waren. Die Plastikteile gehörten zu verpackten und dann geschredderten Speiseresten, die damals dem Faulschlamm beigemischt wurden, um Energie zu gewinnen. Diese bekamen die Stadtwerke von einem Unternehmen aus Nordfriesland.
Ein Verfahren gegen drei Mitarbeiter der Stadtwerke Schleswig wegen fahrlässiger Verschmutzung der Schlei mit kleinen Kunststoffpartikeln stellte das Amtsgericht Schleswig später ein.