Windräder vor dem Darß
Rechtsfrieden für Offshore-Windpark Gennaker

Der künftige Windpark Gennaker soll eine Leistung von 976,5 Megawatt haben. (Archivbild) Foto: Stefan Sauer/dpa
Der künftige Windpark Gennaker soll eine Leistung von 976,5 Megawatt haben. (Archivbild) Foto
© Stefan Sauer/dpa
Der geplante Offshore-Windpark Gennaker nördlich der Halbinsel Darß hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Die künftigen Betreiber verständigten sich mit Umweltschützern auf einen Vergleich.

Die Umweltschutzorganisation Nabu hat ihre Klage gegen den geplanten Offshore-Windpark Gennaker in der Ostsee vor dem Darß zurückgenommen und sich mit der Projektgesellschaft auf einen Vergleich verständigt. Damit bestehe Rechtsfrieden für das behördlich bereits genehmigte Projekt, teilten beide Seiten mit. Die Projektgesellschaft OWP Gennaker GmbH gehört zur Skyborn Renewables GmbH mit Sitz in Hamburg.

Teil des Vergleichs seien weit über die Genehmigungsanforderungen hinausgehende freiwillige Maßnahmen und Begleitforschungen insbesondere zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen, hieß es. "Intensive und konstruktive Gespräche haben dazu geführt, eine gemeinsame Lösung zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie auf See zu finden. Es ist ein wichtiger Meilenstein unseres Projekts", sagte Skyborn-Chef Patrick Lammers.

Schutz von Fledermäusen 

Im Gegenzug für die Zusagen verpflichtete sich der Nabu zu einem dauerhaften Rechtsfrieden. "Wir gehen hier einen neuen Weg. Von den vereinbarten Maßnahmen versprechen wir uns, die negativen Auswirkungen auf die Meeresnatur abzumildern und Auswirkungen auf Zug- und Rastvögel sowie Fledermäuse besser zu verstehen. Erstmals wird dazu ein Offshore-Windpark in Deutschland vorsorglich während der Kernmigrationszeit von Fledermäusen abgeschaltet", sagte Nabu-Landesvorsitzender Stefan Schwill.

Im Windpark Gennaker sollen 63 Windkraftanlagen in der Ostsee errichtet werden. Das zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern erteilte laut Umweltministerium Mitte Dezember die Gesamtgenehmigung. Die Windräder haben einen Rotordurchmesser von 236 Metern und ragen bis zu 261 Metern auf.

Mit einer geplanten Gesamtleistung von bis zu 976,5 Megawatt wird Gennaker nach Unternehmensangaben der bislang größte Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee. Das Projektgebiet liegt etwa 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und befindet sich in einem ausgewiesenen Vorranggebiet für Offshore-Windenergie im Küstenmeer von Mecklenburg-Vorpommern. Der Nabu hatte 2024 Klage gegen die Genehmigung eingereicht.

Skyborn erhielt nach eigenen Angaben im Mai 2019 die ursprüngliche Baugenehmigung für das Vorhaben und verfügt weiterhin über die exklusiven Entwicklungs- und Betreiberrechte für das Gebiet. Die Inbetriebnahme von Gennaker sei für 2028 geplant. Die Stromproduktion des Parks werde dem jährlichen Stromverbrauch von etwa einer Million Haushalten entsprechen.

dpa