Winter in Norddeutschland Notaufnahmen mit mehr Patienten wegen Eis und Schnee

Wo viel Eis und Schnee liegt, kann man auch schneller ausrutschen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Wo viel Eis und Schnee liegt, kann man auch schneller ausrutschen. Foto
© Marcus Brandt/dpa
Wenn es glatt und rutschig auf den Straßen und Gehwegen wird, steigt die Gefahr von Stürzen. In Hamburg merken das die Kliniken bereits deutlich. Und sie haben einen Appell.

Wegen des vielen Schnees und Eises auf den Straßen und Gehwegen in Hamburg sind in dieser Woche viele Menschen gestürzt und haben sich verletzt. "In den vergangenen Tagen gab es deutlich mehr Patientinnen und Patienten, die nach Stürzen in eine unserer sieben Notaufnahmen in Hamburg gekommen sind", sagte ein Sprecher der Asklepios-Kliniken der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. 

Brüche, Kopfverletzungen, umgeknickte Gelenke

Die Pflegekräfte in den Notaufnahmen, das OP-Personal, die Röntgenspezialisten und die Unfallchirurgen seien rund um die Uhr im Dauereinsatz und derzeit stark gefordert. "In der Klinik in St. Georg zum Beispiel gab es etwa die doppelte Anzahl an Unfallverletzungen wie sonst üblich." Allein am Wochenende seien dort mehr als 20 Frakturen behandelt und operiert worden. Das seien vor allem die üblichen Abstützverletzungen an Handgelenken oder Ellenbogen gewesen, aber auch Oberschenkelhalsfrakturen. Das höhere Aufkommen sei bislang gut kompensiert worden.

Für die kommenden Tage seien die Notaufnahme-Teams gut gerüstet. "Planbare Operationen mussten angesichts der Wetterlage und der vermehrten Stürze unseres Wissens bislang nicht verschoben werden."

Etwa 20 Glatteisunfälle pro Tag in der UKE-Notaufnahme

Das Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt seit dem Wochenende täglich bis zu 20 Patientinnen und Patienten mit wetterbedingten Verletzungen wie Kopfwunden, Frakturen aller Art oder umgeknickten Sprunggelenken in der Zentralen Notaufnahme (ZNA). Normalerweise werden dort pro Tag zwischen 170 und 200 Menschen behandelt. Die Glatteisunfälle könne das Team deshalb bislang ohne personellen Mehraufwand bewältigen. Dennoch werde das Personal in der ZNA in diesen Tagen verstärkt.

Menschen mit chronischen Erkrankungen vermehrt Notaufnahme

Gregor Peter Schmitz mit den Buchstaben GPS

Wollen Sie nichts mehr vom stern verpassen?

Persönlich, kompetent und unterhaltsam: Chefredakteur Gregor Peter Schmitz sendet Ihnen jeden Mittwoch in einem kostenlosen Newsletter die wichtigsten Inhalte aus der stern-Redaktion und ordnet ein, worüber Deutschland spricht. Hier geht es zur Registrierung.

Ähnlich sah das Bild bei der Schön-Klinik in Hamburg-Eilbek aus. Der Tag sei arbeitsreich gewesen, das Team der Notaufnahme sei aber nicht überrannt worden. Auffällig sei indes gewesen, dass vermehrt chronisch kranke Menschen die Notaufnahme aufgesucht haben, weil sie ihre Hausarztpraxis nicht erreichen konnten oder dringend Medikamente benötigten. "Wir konnten allen Betroffenen helfen und sind weiterhin für alle Notfälle da", sagte Gabriele Groth, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme, laut Mitteilung.

Das Kinderkrankenhaus in Altona hat dagegen keine Zunahme der Patientenzahlen aufgrund der winterlichen Witterung verzeichnet. Das Team sei routiniert auf solche Wetterlagen eingestellt, sagte eine Sprecherin. 

Mütze, Handschuhe und Helm beim Rodeln

Die Ärzte geben zudem eine klare Empfehlung ab: Wer nicht raus muss, sollte derzeit einfach daheim bleiben. Ganz besonders, wenn man derzeit nicht gut bei Fuß ist. "Auch Radfahren sollte man aktuell besser nicht", sagte der Asklepios-Sprecher weiter. Vom Kinderkrankenhaus kommt zudem der Tipp, rutschfeste Schuhe, dem Wetter angepasste Kleidung sowie Handschuhe und Helm beim Rodeln oder Schlittschuhlaufen zu tragen.

Die Bitte der Experten hat zwei Hintergründe, wie Karl-Heinz Frosch, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des UKE, erklärt: "So senken Sie das Risiko, aufgrund der Glätte zu stürzen, schützen sich vor Verletzungen und helfen dabei, die Krankenhäuser in der Stadt zu entlasten."

dpa