Auch 40 Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl sind in Hessen radioaktive Stoffe in der Umwelt feststellbar. Künstliche Radionuklide wie beispielsweise Cäsium-137 seien immer noch messbar, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mit "Diese liegen aber weit unter den gesetzlichen Grenzwerten", erläuterte Uh-Myong Ha, Dezernatsleiter der Abteilung Strahlenschutz.
Höher belastete Regionen seien vor allem in Bayern zu finden. Dort wiesen immer noch Speisepilze und Wild erhöhte Werte auf, die aber bei üblichen Verzehrmengen unbedenklich seien.
Umweltradioaktivität wird überwacht
Die Radioaktivität in der Umwelt wird ständig überwacht. In Hessen ist dafür das HLNUG verantwortlich. Das Landesamt kontrolliert, dass einheitliche EU-Grenzwerte hinsichtlich der Radioaktivität eingehalten werden.
Am 26. April 1986 war es im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl zum sogenannten Super-GAU gekommen, also dem "größten anzunehmenden Unfall". Um 1.23 Uhr Ortszeit explodierte Reaktor vier, nachdem ein Test außer Kontrolle geraten war. Die Detonation wirbelte tagelang große Mengen radioaktiver Teilchen in die Luft. Vom Unglücksreaktor in der damaligen Sowjetunion trug der Wind die abgeschwächte Wolke auch nach Hessen.