Gemüseernte
Spargel vor Ostern - Und was soll er kosten?

Ersten Spargel gibt es bereits. Foto: Michael Brandt/dpa
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Für Spargelbauern beginnt die wichtigste Zeit des Jahres. Bislang scheint es für das Edelgemüse gut auszusehen.

Der kalte Winter und der sehr milde März treiben den Spargel ans Licht. Die hessischen Spargelbauern sind optimistisch, aber es plagen sie auch Sorgen. Die ersten Stangen des Edelgemüses gehen schon über den Ladentisch und zu Ostern soll es mehr Spargel geben. Offizielle Eröffnung der Saison ist am 9. April.

Wird der Spargel teurer?

Das ist nach den Worten der Vorsitzenden des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Chantal Wendel, nicht geplant. Sie denke, dass die Preise unter 20 Euro sein werden auch für Premiumklasse. "Wir starten mit 16,90 Euro. Das haben wir uns schon überlegt", sagt Wendel über die Planung ihres Hofes.

Das peile man an, weil man ja niemanden verschrecken wolle. "Wir wollen das stabil halten. Wir brauchen und wir wollen ja auch unsere Kunden. Und die haben auch nur ein gewisses Budget."

Aber da wir uns ja fast alle in der Direktvermarktung bewegen, mache man die Preise ja grob selbst. "Und das hat die letzten Jahre immer geklappt, und es gab genug Kunden, die das wertschätzen, dass wir uns hier für regionales Obst und Gemüse einsetzen, und dem sehen wir auch ganz positiv entgegen", sagt Wendel.

Welche Sorgen plagen die Bauern?

Kostentreiber Treibstoff, Dünger und der steigende Mindestlohn: "Das spielt eine Rolle, aber wir haben ja das Glück, dass wir regional produzieren und einfach kurze Transportwege haben. Aber der Traktor auf dem Feld frisst natürlich trotzdem sein Diesel", sagt Wendel. Man versuche aber, den einen oder anderen Arbeitsvorgang einfach auszulassen oder zwei in einem zu machen. "Und die Arbeitswirtschaftlichkeit, die spielt eine Riesenrolle. Also wir sind da ständig hinterher, machen Zeitmessungen und so weiter, um einfach zu sehen, ob wir uns in einem wirtschaftlichen Rahmen bewegen."

Den wirtschaftlichen Druck für die Landwirte beschreibt auch der hessische Bauernverband. "Der steigende Mindestlohn stellt für Spargelbetriebe eine große Herausforderung dar, da der Anbau sehr arbeitsintensiv ist und die Lohnkosten einen erheblichen Anteil an den Produktionskosten ausmachen", sagt Sprecherin Marie-Claire von Spee. 

Weitere Erhöhungen ließen sich am Markt kaum über höhere Erzeugerpreise auffangen, da die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher begrenzt sei. Für viele Betriebe bedeute das einen zunehmenden wirtschaftlichen Druck, der sich bereits in Flächenreduzierungen widerspiegele. "Hinzu kommen die aktuell stark steigenden Energiepreise."

Der Mindestlohn stieg zu Jahresbeginn von 12,82 auf 13,90 Euro. Im kommenden Jahr soll er auf 14,60 Euro steigen.

Gibt es genug Mitarbeiter für die Ernte und die Vermarktung?

"Ja, die haben wir. Da kümmern wir uns seit vielen Jahren intensiv drum", sagt Wendel. Das stehe alles. "Und auch für den Verkauf sind wir schon voll besetzt", sagt die Bäuerin, die auf ihrem eigenen Hof auf 70 Hektar Spargel anbaut. Und ich gehe davon aus, dass auch die anderen Arbeitskreismitglieder genügend Personal haben. Sie habe nichts Anderweitiges gehört. In den vergangenen Jahren hatte es immer mal wieder personelle Engpässe gegeben.

Wie sind die Bedingungen vor dem Saisonstart?

Sehr gut. "Der Spargel ist in Hessen insgesamt gut durch den Winter gekommen. Die trockeneren Witterungsbedingungen im Herbst und die kalten Wintertage haben dazu beigetragen, dass sich die Pflanzen ausreichend regenerieren und Energie einspeichern konnten", heißt es beim Bauernverband. Die zuletzt frühlingshaften Temperaturen hätten den Spargel nun angereizt, früh auszutreiben.

"Ja, das war sehr gut", sagt auch Wendel. Der Kältereiz, der hat den Spargel animiert, jetzt bei den Sonnenstrahlen auch kräftig zu wachsen. "Der braucht ja seine gewisse Kältestunde. Um seine ganzen Kräfte einzulagern."

Fakten zum Spargelanbau

Die Zahl der Spargelbauern hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Unter Berufung auf Statistiken gab es im Jahr 2012 nach Angaben des Bauernverbandes im Land 167 Betriebe, die auf rund 1.830 Hektar 9.551 Tonnen Spargel ernteten. 2024 seien es 91 Betriebe gewesen, die auf 1.269 Hektar rund 6.800 Tonnen geerntet hätten.

Nach Angaben von Wendel zeigen Statistiken, dass in Deutschland 82 Prozent der Bevölkerung mit heimischen Spargel versorgt werden können. Die Einwohner essen im Durchschnitt 1,16 Kilogramm des Gemüses.

Die Spargelernte beginnt in Deutschland normalerweise in der zweiten Aprilhälfte und dauert traditionell bis zum "Johannistag" am 24. Juni. Mittlerweile beginnt sie meist bereits im März und auch dieses Jahr wollen dem Verband zufolge einige Bauern über den Johannistag hinaus Spargel verkaufen.

dpa

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