Notfälle
Gedenkort für die Opfer von Runkel geplant

Feuerwehrmann Marcel Müller, der nach dem schweren Arbeitsunfall mit fünf Todesopfern in einer Lederfabrik im Einsatz war, steht
Feuerwehrmann Marcel Müller, der nach dem schweren Arbeitsunfall mit fünf Todesopfern in einer Lederfabrik im Einsatz war, steht neben Bürgermeisterin Antje Hachmann auf dem Waldfriedhof Runkel-Ennerich. Foto
© Sascha Ditscher/dpa

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Innehalten und gedenken - dafür soll es bald einen Ort in Runkel geben. Auch fast vier Wochen nach dem folgenschweren Unglück in einer Lederfabrik steht die Stadt unter dem Eindruck der Ereignisse.

Nach dem verheerenden Arbeitsunfall in einer Lederfabrik will die Bürgermeisterin der Stadt Runkel einen Gedenkort für die fünf Todesopfer schaffen. Sie wolle einen Gedenkstein aufstellen lassen, sagte Antje Hachmann (parteiunabhängig) der Deutschen Presse-Agentur. Als Standort dafür habe sie den früheren Betriebssitz der Lederfabrik und Gerberei an der Lahn in Runkel im Sinn. Der Gedenkort solle in Abstimmung mit den Angehörigen gestaltet werden, sagte Hachmann.

Das Unglück am 16. April hatte einen Großeinsatz von Rettungskräften ausgelöst und in der 9.500-Einwohner Stadt große Bestürzung und Trauer ausgelöst. Feuerwehrleute hatten die fünf Männer aus einer Grube auf dem Gelände der Lederfabrik und Pelzgerberei geholt. Drei von ihnen starben noch vor Ort - wie sich später bei Obduktionen herausstellte hauptsächlich an einer Vergiftung durch Schwefelwasserstoff. Die beiden weiteren Männer wurden ins Krankenhaus gebracht, wo sie den Folgen des Unfalls erlagen.

Derzeit laufen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zum genauen Hergang des Unglücks. Dabei gehen sie auch dem Verdacht der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt nach.

dpa