Das jüdische Leben in Mecklenburg-Vorpommern soll weiter gestärkt werden. Im Fokus des zweiten Tätigkeitsberichts des Landesbeauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Nikolaus Voss, stehen der Erhalt der Friedhöfe, Bildungsarbeit und Sicherheit, wie das Kulturministerium mitteilte. Der Bericht gehe auf einzelne Maßnahmen des von der Landesregierung im Herbst 2024 beschlossenen Aktionsplans gegen Antisemitismus ein.
So soll der Begräbnisplatz auf dem alten jüdischen Friedhof in Schwerin wiederbelebt werden. Für eine Sanierung der Trauerhalle werde in den kommenden Monaten nach einer Lösung gesucht. Auf dem Westfriedhof in Rostock wolle die Jüdische Gemeinde eine eigene Trauerhalle bauen. Die 62 jüdischen Friedhöfe in MV sollen künftig vollständig dokumentiert und zugänglich gemacht werden.
Zudem sei geplant, in diesem Jahr für die Schulen eine Handreichung gegen Antisemitismus für die Jahrgangsstufen ab der 7. Klasse zu erstellen. Die Materialien für die 1. bis 6. Klasse seien bereits fertig.
Landesbeauftragter lobt Fortschritte
"Die Zusammenarbeit mit den jüdischen Gemeinden im Land hat sich gut entwickelt", sagte Voss demnach. Wichtig sei gewesen, dass der Landtag im Januar 2025 die Förderung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in die Landesverfassung aufgenommen habe. "Das ist ein starkes politisches Fundament für das Leben von Jüdinnen und Juden in unserem Land." Ein im Herbst gegründetes Netzwerk für jüdisches Leben soll den Austausch über Projekte fördern.
In den jüdischen Einrichtungen in Schwerin hätten mittlerweile die Maßnahmen zur Verbesserung der baulichen Sicherheit begonnen, die Planung sei abgeschlossen. In Rostock seien die Maßnahmen am und im Gemeindehaus beendet.
Seit dem Terrorangriff der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 hatte die Polizei ihren Schutz für Synagogen und andere jüdische Einrichtungen verstärkt. 2024 hatte der Landesbeauftragte seinen ersten Tätigkeitsbericht vorgelegt.