Der Zoll hat in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr fast 700 Kilogramm Feuerwerkskörper, gefälschte Produkte im Wert von 1,2 Millionen Euro, kiloweise Drogen und 1,38 Millionen Zigaretten sichergestellt. Rund 46.400 Fahrzeuge sowie rund 62.700 Menschen seien kontrolliert worden, teilte das Hauptzollamt Stralsund mit.
Bei der Kontrolle auch von Schiffen helfe den Beamten und Beamtinnen nicht nur ihre Erfahrung. Neben Röntgentechnik kämen auch Zollhunde zum Einsatz. Das Hauptzollamt verfügt nach eigenen Angaben über neun Zollspürhunde, von denen sich noch zwei in Ausbildung befinden.
"Das Hauptzollamt Stralsund ist zuständig für die reibungslose Abfertigung des internationalen Warenverkehrs, erhebt Steuern, um die Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland zu sichern", erklärte dessen Leiter Kay Noffke.
35.000 gefälschte Produkte
Das Hauptzollamt Stralsund hat im Jahr 2025 nach eigenen Angaben mehr als 35.000 gefälschte Produkte vom europäischen Markt ferngehalten. Die große Menge sei auch auf einen Großaufgriff im Oktober 2025 beim Zollamt Pomellen zurückzuführen, bei dem vorrangig Kleidung, Accessoires, Körperpflegeprodukte, Kinderspielzeug und Schuhe beschlagnahmt worden seien. "Wesentlich geringere Herstellungskosten gefälschter Produkte wirken sich nachteilig auf Sicherheit und Qualität der Waren aus. Gesundheitsgefährdende Stoffe, nicht eingehaltene Sicherheitsstandards gefährden vor allem den Endverbraucher", erklärte Noffke.
Zudem ist der Zoll nach eigenen Angaben auch Teil der deutschen Küstenwache. Dazu zähle neben der Überwachung der Seezollgrenzen auch die Rettung Schiffbrüchiger oder die Prüfung der Einhaltung des Umweltschutzes auf See. Das Hauptzollamt Stralsund verfüge derzeit über vier Zollboote in Rostock, Parow, und Stahlbrode sowie das Zollschiff "Rügen" mit dem Liegeplatz Lubmin. Dieses wurde im März 2025 getauft und ist den Angaben zufolge mit 67 Metern Länge das größte Schiff der deutschen Zollflotte.
Öltanker "Eventin" ist prominenter Fall
Mit dem weiterhin vor Rügen liegenden und mit russischem Öl beladenen Tanker "Eventin" hat der hiesige Zoll es mit einem besonders aufsehenerregenden Fall zu tun. Eigentlich wollte der Zoll das Schiff samt Ladung einziehen und verwerten. Darüber ist im vergangenen Jahr ein Rechtsstreit entbrannt, der nach dem Finanzgericht in Greifswald und dem Bundesfinanzhof in München inzwischen auch das Finanzgericht Hamburg erreicht hat.
Mit Kontrollen geht der Zoll untere anderem auch gegen Schwarzarbeit vor. Derzeit beschäftigt das Hauptzollamt Stralsund nach eigenen Angaben neben 910 Stammbeschäftigten auch 110 Anwärterinnen und Anwärter.