Personaldebatte
Weil: SPD-Führungswechsel erinnern an Hannover 96

Stephan Weil legte sein Amt als niedersächsischer Ministerpräsident vor rund einem Jahr nieder. (Archivbild) Foto: Michael Matth
Stephan Weil legte sein Amt als niedersächsischer Ministerpräsident vor rund einem Jahr nieder. (Archivbild) Foto
© Michael Matthey/dpa
Niedersachsens langjähriger Ministerpräsident hält an Klingbeil und Bas an der SPD-Spitze fest. Die Personaldiskussion erinnert ihn an das Trainerkarussell seines Lieblingsvereins.

Trotz der zuletzt desolaten SPD-Wahlergebnisse spricht sich Niedersachsens früherer Regierungschef Stephan Weil gegen einen erneuten Führungswechsel seiner Partei aus. "Ein klares Nein", sagte Weil auf die Frage, ob die SPD nach den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine personelle Veränderung an der Spitze brauche.

"Die SPD hat in den letzten zehn Jahren nicht weniger als sechs Änderungen in der Parteispitze erlebt. Das erinnert mich an die Wechselquote bei den Trainern von Hannover 96", sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen strukturelle Probleme lösen und das ist die Aufgabe der gesamten Partei."

Rückendeckung für Klingbeil und Bas auf Krisentreffen

Weil war von 2013 bis 2025 Ministerpräsident in Niedersachsen und von 2012 bis 2025 Vorsitzender des einflussreichen niedersächsischen SPD-Landesverbandes, dem auch Parteichef Lars Klingbeil angehört. Der 67-Jährige ist zugleich bekennender Fan des Fußball-Zweitligisten Hannover 96. Vor rund einem Jahr zog sich Weil aus der ersten Reihe der Landespolitik zurück.

SPD-Spitzen aus Bund, Ländern und Kommunen hatten am Freitag in Berlin über Konsequenzen aus den Wahlniederlagen beraten. Das Führungsduo aus Klingbeil und Bärbel Bas erhielt dabei demonstrativ Rückendeckung.

dpa