Nach der bewegenden Trauerfeier für den getöteten 14-jährigen Yosef in Dormagen kommen am Dienstag in der betroffenen Schule die Schüler wieder zum Unterricht zusammen. "Es gibt ein vielfältiges Betreuungsangebot, um niemanden alleine zu lassen", sagte ein Sprecher der Stadt. Das Aufarbeiten der Geschehnisse werde ein länger andauernder Prozess sein, bei dem die Schulgemeinde begleitet werde.
Am Freitag hatten an einer Trauerfeier für den Jungen rund 800 Menschen teilgenommen. Kurz zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass ein Kind das Verbrechen begangen haben soll. Der strafunmündige deutsche Zwölfjährige befinde sich in Obhut des Jugendamtes, das Maßnahmen ergriffen habe. Nach Angaben der Stadt befindet sich der Tatverdächtige nicht mehr in Dormagen.
Psychologen sollen sich um Schüler und Schülerinnen kümmern
Am Montag stand in Dormagen an allen weiterführenden Schulen ohnehin kein Unterricht auf dem Plan. Wegen Fortbildung der Lehrkräfte wurde laut Stadt ein beweglicher Ferientag angesetzt. Das galt auch für die betroffene Schule.
Seit dem Bekanntwerden des Tötungsdelikts seien Schulpsychologen an der Schule im Einsatz, erklärte das Schulministerium. Darüber hinaus sollen weitere Schulpsychologen für diese Woche hinzugezogen werden. Die betroffene Schule werde von einem Schulpsychologen-Team so lange wie nötig begleitet und unterstützt, sagte NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU).
Die Leiche des 14-Jährigen aus Eritrea war Ende Januar an einem See in Dormagen von einem Spaziergänger gefunden worden. Die Obduktion hatte ergeben, dass der Junge an Stich- und Schnittverletzungen starb.