EM-Qualifikation der U21
El Mala widmet Tor der toten Oma - "Ganze Kindheit bei ihr"

Said El Mala trauert nach dem Tod seiner Großmutter. Foto: Yorgos Karahalis/dpa
Said El Mala trauert nach dem Tod seiner Großmutter. Foto
© Yorgos Karahalis/dpa
Das ersehnte erste Tor für die U21-Nationalmannschaft ruft bei Said El Mala Tränen hervor. Grund ist der Tod seiner Großmutter vor wenigen Tagen. Der FC-Star spricht über eine "intensive Beziehung".

Said El Mala wischte sich beim Jubel über sein emotionales Premieren-Tor für die U21 mit dem Trikot Tränen aus den Augen. "Ich hatte einen Verlust in den letzten Tagen. Meine Oma ist verstorben - und das Tor war für sie", sagte der 19-Jährige nach dem 2:0 in Griechenland. "Ich freue mich, dass ich sie da oben glücklich gemacht habe."

"Wie man es sich bei Oma und Enkel vorstellt"

Wenige Tage vor dem Showdown in der EM-Qualifikation der U21 war die Großmutter des FC-Jungstars gestorben. Plötzlich und unerwartet, wie El Mala berichtete. "Wir hatten eine sehr intensive Beziehung, so wie man es sich bei Oma und Enkel vorstellt. Ich habe meine ganze Kindheit bei ihr verbracht", sagte er der "Bild" in den Stadion-Katakomben. "Das ist schon sehr schwer für mich."

Trainer Antonio Di Salvo hatte dem Flügelspieler einen Einsatz freigestellt. "Ich habe ihm die Wahl gelassen, auch nach Hause zu fahren, einfach das zu machen, das zu fühlen, was er braucht", sagte Di Salvo. "Er hat sich entschieden, hier zu sein. Ich glaube, dass ihm das guttat. Er hat sich jetzt mit dem Tor belohnt."

Nun eine Pause für El Mala?

Der Treffer des Augsburgers Anton Kade nach der Pause machte den Sieg endgültig perfekt; und im direkten Vergleich ist das Nachwuchsnationalteam nach dem 2:3 im Hinspiel jetzt besser als Griechenland. Für das direkte Ticket zur Endrunde in Albanien und Serbien im Sommer 2027 hat die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes vor den drei Spielen im September und Oktober alles selbst in der Hand.

"Endlich hat es mit meinem ersten U21-Treffer geklappt, der Knoten ist geplatzt. Ich habe aber auch an Oma gedacht, die mir dabei geholfen hat. Deshalb kamen mir dann auch die Tränen", sagte El Mala dem "Kicker". "Ich reise nun erst einmal nach Hause zu meiner Familie und dann schaue ich, ob es sofort mit dem Fußball weitergeht oder ob ich eine Pause brauche."

"Es gibt dann Wichtigeres als Fußball" 

Ohnehin ist es für einen 19-Jährigen schwer, mit dem großen Hype und ständig neuen Wendungen und Gerüchten umzugehen. Wohin sein Weg führt, ist offen. Der FC soll bei einer Ablöse von rund 50 Millionen Euro verhandlungsbereit sein, den bis 2030 an den Club gebundenen Offensivspieler gehen zu lassen. Über Interesse von Premier-League-Club Brighton & Hove Albion oder dem FC Bayern wurde spekuliert. Aber um all das ging es am Dienstagabend nicht.

Insgesamt hätten alle aus dem U21-Kreis versucht, dem trauernden El Mala zu helfen, berichtete Di Salvo von bewegenden Tagen. "Es gibt dann Wichtigeres als Fußball", sagte der Coach. Auch die Teamkollegen fühlten mit dem Kölner. "Er hat mir danach gesagt, es war sein emotionalstes Tor in seiner Karriere", verriet Kapitän Tom Bischof. Der Bayern-Profi hatte beide Treffer mit Standards vorbereitet.

U21-Trainer: Darauf achtet Julian Nagelsmann

Bischof und El Mala zählen wie Nicolò Tresoldi, Doppeltorschütze vom 3:0 gegen Nordirland, zum Kreis der WM-Kandidaten. El Mala trainierte im November bereits einige Tage mit der A-Auswahl, Bischof (20) kam dort sogar schon zum Einsatz. Das möchte auch FC-Brügge-Profi Tresoldi (21) einmal. Ob für Italien, Deutschland oder Argentinien, ist offen. In sechs Wochen nominiert Julian Nagelsmann sein Aufgebot für die Weltmeisterschaft.

"Die U21 ist wichtig, das darf man nicht unterschätzen", sagte Di Salvo. Die Leistungen in den Vereinen würden eine "große Rolle" spielen. "Aber ich glaube, es ist auch wichtig für Julian, zu sehen, wie sich die Spieler bei uns präsentieren, wie sie es annehmen, wie sie dann auch als Leader vorangehen", führte der U21-Nationalcoach aus. "Wenn es der eine oder andere dann schaffen würde, würde ich mich natürlich auch freuen."

dpa