An den traditionellen Ostermärschen haben sich in diesem Jahr nach Angaben des Netzwerks Friedenskooperative bundesweit mehrere zehntausend Menschen beteiligt. In mehr als 100 Städten seien Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Straße gegangen, hieß es. Auch in Nordrhein-Westfalen gab es Demonstrationen in mehreren Städten.
Der dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr, der in Duisburg gestartet war, führte am Ostermontag zum Abschluss nach Dortmund. Dort kamen laut Polizei rund 400 Teilnehmer zusammen. In Krefeld beteiligten sich laut Polizei etwa 70 Menschen an einer Fahrraddemo. Zuvor hatte es bereits Ostermärsche unter anderem in Köln, Münster und Bonn gegeben.
Demonstranten fordern Diplomatie statt Aufrüstung
Die bundesweit rege Beteiligung zeige, dass der Wunsch nach einer nachhaltigen Friedenspolitik fest in der Mitte der Gesellschaft verankert sei, sagte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative, das die Ostermärsche koordiniert. "Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich konsequent auf Diplomatie statt auf Aufrüstung zu setzen."
Im Fokus der Proteste standen die Forderung nach einem Waffenstillstand in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem protestierten die Teilnehmer gegen die Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Europa und gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht.
Gegen Wiedereinführung der Wehrpflicht
Unter den Rednerinnen und Rednern seien vielerorts auch junge Menschen gewesen, die sich gegen die Wehrpflicht engagierten. Die Organisatoren des Bonner Ostermarsches berichteten von einer "auffällig großen Zahl Jugendlicher" unter den rund 500 Teilnehmern.
Benno Fuchs von der Deutschen Friedensgesellschaft sagte, viele junge Menschen beschäftigten sich jetzt erstmals mit der Frage, ob sie bereit wären, eine Waffe in die Hand zu nehmen und andere Menschen zu töten. Bei vielen sei die Antwort nein. "Eine neue Antikriegsgeneration wird hier groß", folgerte Fuchs.