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Demonstrationen: Ostermarschierer beenden Friedensaktionen

Eine "außerordentlich positive" Bilanz der diesjährigen Ostermärsche haben die Veranstalter gezogen. An den Demonstrationen und anderen Anti-Kriegs-Aktionen in 105 Städten nahmen mehrere zehntausend Menschen teil.

Tausende Menschen haben am Montag zum Abschluss der Ostermärsche bundesweit gegen den Irak-Krieg und für weltweite Abrüstung demonstriert. In Hamburg kamen rund 1.500 Menschen zusammen, in Berlin etwa 1.000. In Frankfurt am Main wurden mehrere tausend Protestierer gezählt. Nachdem in den vergangenen Wochen in Berlin mehrfach Zehntausende gegen den Irak-Krieg demonstriert hatten, fanden sich zunächst nur etwa 1.000 Teilnehmer zum Ostermarsch ein. Polizei und Veranstalter erwarteten allerdings, dass bis zum Endpunkt des Friedenszugs in Berlin-Kreuzberg weitere Teilnehmer dazustoßen.

Kundgebungen in Hamburg und Frankfurt

In Hamburg kamen rund 1500 Menschen zum Ostermarsch. Die Teilnehmer zogen bei strahlendem Sonnenschein mit Fahnen in Regenbogenfarben und der Aufschrift «Pace» (Frieden) durch die Stadt. Zuvor hatten viele Demonstranten einen Gottesdienst besucht. In Frankfurt versammelten sich mehrere tausend Menschen vor dem Frankfurter Römer zu einer Kundgebung, auf der auch der frühere SPD- Vorsitzende Oskar Lafontaine sprechen wollte. In Sassnitz auf der Insel Rügen demonstrierten rund 200 Menschen.

UN sollten gestärkt werden

Die Ostermarschierer verlangten eine politische Stärkung der Vereinten Nationen. Das angeschlagene Völkerrecht sowie die Menschenrechte müssten wieder hergestellt und Massenvernichtungswaffen weltweit beseitigt werden. Mit Blick auf den Nahost-Konflikt sprachen sich die Friedensbewegten für eine gerechte Lösung aus, die von Israeli und Palästinensern akzeptiert werden könne. Innenpolitisch fordert die Bewegung, Aufrüstung und Umbau der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee zu beenden. Das dafür vorgesehene Geld müsse für zivile Projekte verwendet werden. Der Irak-Krieg dürfe nicht zu einer weiteren Militarisierung und einem damit einhergehenden Sozialabbau führen. "Wir brauchen keine Milliarden für den Krieg, sondern Millionen für den Frieden", erklärte das Ostermarschbüro.

Positive Bilanz

"Die Friedensbewegung zeigte sich als internationale kampagnefähige Bewegung, die zunehmend die öffentliche Debatte beeinflusst", hieß es in einer vorläufigen Bilanz. Menschen aus der traditionellen Friedensbewegung, Gewerkschafter, Studenten, Schüler und Globalisierungskritiker hätten sich in vielfältigen, auch neuen Aktionsformen engagiert und angesichts anhaltender internationaler Spannungen die Friedenstaube wieder zum Fliegen gebracht. Insgesamt protestierte nach Angaben des Ostermarsch-Büros in Frankfurt über die Osterfeiertage Zehntausende von Menschen in 105 Städten gegen den Krieg im Irak und "die Vorbereitung weiterer Kriege". Die Veranstalter zogen deshalb eine "außerordentliche positive" Bilanz der diesjährigen Ostermärsche.