Großeinsatz
Schwefelsäure am Bahnhof Herford - Bahnverkehr gestört

Der Bahnhof wurde evakuiert. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Der Bahnhof wurde evakuiert. Foto
© Moritz Frankenberg/dpa
Aus einem Kesselwagen am Bahnhof Herford tritt Schwefelsäure aus. Fahrgäste müssen den Bereich verlassen. Ein Großeinsatz läuft - mit erheblichen Folgen für den Bahnverkehr

Am Bahnhof in Herford ist aus einem Kesselwagen Schwefelsäure ausgetreten, Fahrgäste mussten den Bereich verlassen. Der Zugverkehr ist seit dem Vormittag gestört. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, aus dem Kesselwagen, der rund 150 bis 200 Meter vor dem Bahnhof auf einem Gleis stehe, seien geringe Mengen der ätzenden, giftigen Säure ausgetreten. Niemand sei verletzt worden. Der Bahnhof wurde geräumt. Zuvor berichteten mehrere Medien über den Vorfall.

Stundenlange Störungen - Ende offen

"Der Zugverkehr am Bahnhof ist eingestellt, die Strecke komplett gesperrt", sagte der Feuerwehrsprecher auf Anfrage. Laut "Zuginfo.NRW" sind mehrere Linien wegen des größeren Feuerwehreinsatzes von der Streckensperrung betroffen, so die RE6, die RE70, die RE78 sowie die RB61 und RB71. "Die Züge halten am nächsten Bahnhof und warten zunächst. In der Folge kommt es zu Verspätungen und wahrscheinlich zu Teilausfällen", hieß es weiter. Zwischen Bielefeld und Löhne in Westfalen sollten Ersatzbusse fahren. Wie lange es dauern würde, war auch am Nachmittag offen: "Noch keine Infos zur Dauer", hieß es.

Die "Strecken-Info" der DB meldete Störungen infolge eines "gefährlichen Ereignisses" und Teilausfälle sowie Umleitungen. Offenbar wurde angenommen, dass sich der Großeinsatz und die Arbeiten am Kesselwagen noch weiter hinziehen würden. Zum Zeitfenster der Störungen wurde bei "Strecken-Info"angezeigt: "10.55 bis abends."

Säure soll mit Chemikalien gebunden werden

"Aktuell treten keine Gase oder Dämpfe aus, die Lage ist statisch", berichtete der Feuerwehrsprecher. Die ausgetretene Schwefelsäure solle mit Chemikalien gebunden werden. Die Deutsche Bahn müsse vorher die Oberleitung im Bereich erden, damit die Einsatzkräfte dort keinen elektrischen Schlag riskierten.

Die Ursache des Austritts war unklar. Es könnten dem Sprecher zufolge womöglich eine Undichtigkeit am Kesselwagen oder auch ein Überlauf sein.

dpa

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