Karlspreisträger Laschet: Draghis "whatever it takes" gilt heute mehr denn je

Der diesjährige Preisträger Mario Draghi habe auch aktuell große Bedeutung, sagt der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Arm
Der diesjährige Preisträger Mario Draghi habe auch aktuell große Bedeutung, sagt der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet. (Archivbild) Foto
© Hannes P. Albert/dpa
Einst wurde Mario Draghi damit bekannt, er werde tun "whatever it takes", um den Euro zu retten. Das könnte nach Ansicht des Karlspreis-Vorsitzenden Armin Laschet heute für die ganze EU gelten.

Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet, sieht den diesjährigen Preisträger Mario Draghi als großen Europäer, der 2012 "fast im Alleingang den Euro gerettet" habe. Draghi hatte damals auf dem Höhepunkt der Euro-Krise als Präsident der Europäischen Zentralbank gesagt, die EZB werde tun "whatever it takes" - was immer nötig ist - um die gemeinsame Währung zu sichern. "Sein Wort "whatever it takes" gilt heute mehr denn je", sagte Laschet der Deutschen Presse-Agentur. 

Draghi sei nicht nur ein Mann großer Verdienste in der Vergangenheit, sondern habe auch aktuell große Bedeutung. Mit seinem Draghi-Report zur Wettbewerbsfähigkeit Europas habe er genau die Handlungsempfehlung vorgelegt, die Europa jetzt zur Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit benötige. "Deshalb müsste "whatever it takes" heute ein Leitmotto für die Kommission sein", sagte der CDU-Politiker. Die Botschaft laute: "Überwindet das Klein-klein. "Whatever it takes" gilt jetzt für Wettbewerbsfähigkeit und Handlungsfähigkeit Europas - setzt das um, was Mario Draghi in seinem Bericht gefordert hat."

Amerika hat Europa mit auf den Weg gebracht

Was die USA betreffe, so sei es historisch falsch, wenn Präsident Donald Trump sage, die Europäische Union sei gegründet worden, um Amerika über den Tisch zu ziehen. "Das europäische Einigungswerk am Anfang wäre ohne den Marshallplan und die Unterstützung der USA gar nicht möglich gewesen", sagte Laschet. Auch für Trump gelte, dass er vor allem Stärke wahrnehme, und deshalb müsse Europa wirtschaftlich so stark sein, dass es sich nichts diktieren lassen müsse.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung.

dpa