Karneval
Botschafter in Moskau empört über Urteil gegen Karnevalisten

"Die Verurteilung von Jacques Tilly zeigt, dass Kriminalisierung und Verfolgung freier Meinungsäußerung durch die russische Regi
"Die Verurteilung von Jacques Tilly zeigt, dass Kriminalisierung und Verfolgung freier Meinungsäußerung durch die russische Regierung unvermindert weitergehen - aber jetzt auch verstärkt im Ausland. Das betrifft uns direkt", sagte Botschafter Alexander Graf Lambsdorff der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. (Archivbild) Foto
© Kay Nietfeld/dpa
Die russische Justiz verurteilt den deutschen Karnevalisten Jacques Tilly in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft – wegen bissig-satirischer Mottowagen. Der Botschafter in Moskau findet klare Worte.

Die deutsche Botschaft in Moskau hat das harte Urteil eines Gerichts gegen den deutschen Bildhauer Jacques Tilly scharf kritisiert. "Die Verurteilung von Jacques Tilly zeigt, dass Kriminalisierung und Verfolgung freier Meinungsäußerung durch die russische Regierung unvermindert weitergehen - aber jetzt auch verstärkt im Ausland. Das betrifft uns direkt", sagte Alexander Graf Lambsdorff der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. "Die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland verurteilt dieses absurde Schauspiel in aller Schärfe und wird weiter für freie Meinungsäußerung, Kunstfreiheit und damit auch die Freiheit der Satire eintreten."

Ein Moskauer Gericht hat den für seine bissig-satirischen Mottowagen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug bekannten Bildhauer in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren, einer Geldstrafe und einem Arbeitsverbot verurteilt. Tilly habe sich der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht, urteilte Richter Konstantin Otschirow in dem umstrittenen Strafverfahren. Hintergrund sind die von Tilly gebauten Karnevalswagen, die Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine kritisieren.

dpa