Im Kölner Stadtbezirk Lindenthal ist eine Weltkriegsbombe entschärft worden. Laut einer Sprecherin des Ordnungsamtes können die insgesamt 4.446 evakuierten Anwohner zurück in ihre Wohnungen. Auch ein Krankenhaus musste evakuiert werden, Schulen und Kitas im Evakuierungsbereich blieben nach Angaben der Stadtverwaltung geschlossen.
Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Freitag bei Bauarbeiten gefunden worden. Es handelt sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe - und damit um einen besonders großen Blindgänger.
Krankenhaus mit Intensivstation wird geräumt
Die Stadt Köln hatte am Freitag einen Bereich festgelegt, der für die Entschärfung evakuiert werden musste. In dem Bereich mit einem Radius von 500 Metern liegt unter anderem das St. Elisabeth-Krankenhaus. Rund 100 Krankenfahrten seien nötig gewesen, um Patienten in umliegende Kliniken zu bringen, sagte ein Sprecher der Stadt.
Besonders aufwendig sei der Transport von elf Patienten gewesen, die auf der Intensivstation liegen und beatmet werden müssen. Auch Untersuchungs- und OP-Termine mussten abgesagt werden, wie das Krankenhaus auf seiner Homepage schrieb. Für die Menschen aus dem Stadtteil Lindenthal wurde eine Anlaufstelle in einer nahegelegenen Realschule eingerichtet, auch dort fiel der Unterricht daher aus.
Noch viele Blindgänger in Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr Hunderte Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, vergangenes Jahr waren es sogar 2.140 Bomben. Die meisten werden durch die Auswertung von Luftbildern oder bei Bauarbeiten entdeckt. In NRW gibt es noch sehr viele Blindgänger, weil die Städte an Rhein und Ruhr wichtige Industriestandorte und somit im Zweiten Weltkrieg häufige Ziele von Luftangriffen waren.