Mehr Bildungschancen für alle Nordrhein-Westfalen stärkt vorschulische Sprachförderung

Nordrhein-Westfalen will schon vor dem ersten Schultag für gerechtere Ausgangsvoraussetzungen für alle Kinder mit Sprachdefizite
Nordrhein-Westfalen will schon vor dem ersten Schultag für gerechtere Ausgangsvoraussetzungen für alle Kinder mit Sprachdefiziten sorgen. Foto
© Rolf Vennenbernd/dpa
Eltern aufgepasst: Ab 2028 entscheidet ein Sprachtest im Frühjahr, wer vor dem ersten Schultag eine spezielle Förderklasse besucht. Was sich dadurch für Kinder und Eltern ändert.

In Nordrhein-Westfalen wird eine verbindliche vorschulische Förderung für alle Kinder mit mangelhaften Sprachkompetenzen eingeführt. Dafür werden zum Schuljahr 2028/29 die ersten sogenannten ABC-Klassen an den Start gehen. Das kündigten Ministerpräsident Hendrik Wüst und Schulministerin Dorothee Feller (beide CDU) in Düsseldorf an.

"Alle Kinder müssen Zugang zu guter Bildung haben", begründete Wüst den mit erheblichen Kosten verbundenen Schritt. "Alle Kinder sollen auf ein möglichst vergleichbares Sprachniveau gebracht werden." Das sei bislang nicht der Fall. Schuleingangsuntersuchungen zeigten, dass rund 30 Prozent eines Jahrgangs nicht über ausreichende Sprachkenntnisse verfügten, um aktiv am Unterricht teilzunehmen. 

Verbindliche Sprachtests für alle

Um solche Defizite künftig rechtzeitig aufzuarbeiten, wird die Schulanmeldung vom Herbst auf das Frühjahr vorgezogen. Im Frühjahr 2028 sollen dann erstmals landesweit alle Kinder nach einem einheitlichen Standardverfahren auf ihre Sprachkompetenz getestet werden. 

Falls sich daraus größerer Förderbedarf ergibt, werden sie ab dem Schuljahr 2028/29 eine ABC-Klasse besuchen. Geplant sind 2 mal 2 Stunden pro Woche. Die Förderung werde ein Jahr lang erteilt für alle mit Bedarf, die ab dem 1. August 2029 schulpflichtig werden, erläuterte die Ministerin. "Die Eltern sind für die regelmäßige Teilnahme ihrer Kinder verantwortlich."

Mehr Zeit zum Lernen in der Grundschule 

Flankiert werden soll das Angebot durch sogenannte ABC-Plus-Klassen. Schulleiter können künftig bereits vor Beginn des ersten Schuljahres entscheiden, ob ein Kind die Schuleingangsphase besser in drei statt in zwei Jahren durchläuft, um von Anfang an mehr Zeit zum Lernen zu haben. 

Gregor Peter Schmitz mit den Buchstaben GPS

Wollen Sie nichts mehr vom stern verpassen?

Persönlich, kompetent und unterhaltsam: Chefredakteur Gregor Peter Schmitz sendet Ihnen jeden Mittwoch in einem kostenlosen Newsletter die wichtigsten Inhalte aus der stern-Redaktion und ordnet ein, worüber Deutschland spricht. Hier geht es zur Registrierung.

Das Landeskabinett hat für entsprechende schulrechtliche Änderungen bereits grundsätzlich grünes Licht erteilt. Nun geht der Entwurf in die Verbände-Anhörung. Der Landtag wird sich voraussichtlich im Sommer mit dem Gesetzentwurf befassen.

dpa